Durch die Augen eines Kindes: VR-Training ermöglicht besseres Verständnis von Traumata

Durch die Augen eines Kindes: VR-Training ermöglicht besseres Verständnis von Traumata

In der Grafschaft Hampshire in Großbritannien hilft VR-Training den Betreuer:innen, traumatisierte Kinder besser zu verstehen.

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Virtual Reality ermöglicht es, seltene oder sogar unmögliche Erfahrungen zu machen. Dazu gehört der Perspektivwechsel: VR-Nutzende können zum Beispiel in die Rolle von Missbrauchsopfern versetzt werden.

In VR nachvollziehen, was andere erlebt haben

Im britischen Hampshire trainieren Betreuer:innen in VR. Dabei erleben sie verschiedene Szenarien aus der Sicht von traumatisierten Kindern. Diese Trainingsmethode helfe Betreuenden zu verstehen, welche Auswirkungen traumatische Erlebnisse auf junge Menschen haben. Kindesmisshandlung, häusliche Gewalt, psychische Erkrankungen und Drogenmissbrauch stehen dabei im Vordergrund.

Die Psychologen Fischer und Riedesser definieren ein psychisches Trauma als Erlebnis, zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und Schutzlosigkeit einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung des Selbst- und Weltbildes bewirkt. Dieser Prozess soll für Außenstehende durch VR besser nachvollziehbar sein.

Erfolgreiches Pilotprojekt wird fortgesetzt

Im Pilotprojekt des Programms wurden im letzten Jahr bereits mehrere Sozialarbeitsteams geschult.

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„Das Training versetzt Betreuer in eine Vielzahl von Szenarien und ermöglicht es ihnen, jedes dieser Szenarien aus der Sicht des Kindes zu fühlen und zu erleben“, erklärt Jack Slaymaker, Leiter der Schulungen. Die Auswirkungen von Traumata, Missbrauch und Vernachlässigung durch die Augen des Kindes zu erleben, ermögliche die gezielte und zumindest virtuell erfahrungsbasierte Anpassung des Verhaltens von Betreuenden.

Das Projekt sei sehr positiv aufgenommen worden, sagt Richard Dooner von Antser, dem Unternehmen hinter dem VR-Training. Das sieht wohl auch die Bezirksverwaltung so und hat das Projekt verlängert. „Indem sich die Betreuer buchstäblich in die Lage des jungen Menschen versetzen, können sie sich in die Situation und die Erfahrungen des einzelnen Kindes hineinversetzen und sie auf einer tieferen Ebene nachempfinden – was den kindzentrierten Ansatz, für den wir eintreten, noch verstärkt“, resümiert Slaymaker.

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Quellen: Andover Advertiser

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