Das Internet hasst Meta – und Zuck juckt das nicht

Das Internet hasst Meta – und Zuck juckt das nicht

Nach der Meta Connect 2022 hagelt es erneut Kritik an Mark Zuckerbergs Metaverse-Vision. Doch die Unkenrufe lassen den CEO kalt.

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Liest man die Schlagzeilen, so scheint der Tenor der Presse fast einstimmig: Zuckerbergs Pläne sind realitätsfremd, peinlich, zum Scheitern verurteilt. Meta schlägt nicht nur (begründeter) Zweifel entgegen. Teilweise ist ein regelrechter Hass zu beobachten, der Wunsch, Metas implodieren zu sehen.

Klar: Das Gefälle zwischen hochfliegender Zukunftsvision und technologischer Gegenwart ist groß. Aber gesetzt den Fall, dass Zuckerberg recht hat und Virtual Reality und Augmented Reality eines Tages wirklich steil gehen: Wäre es nicht besser für Meta-Kritiker, Zuckerbergs Ideen ernstzunehmen, anstatt sie von vornherein zu disqualifizieren?

Zuckerberg hat oft genug bewiesen, dass er den richtigen Riecher hat. Im Falle des Metaverse scheint klar, dass Metas CEO langfristig denkt und dass er versuchen wird, seine Pläne auf Teufel komm raus umzusetzen – selbst wenn Meta dabei untergeht.

Mark Zuckerberg will aus Kritik lernen

In einem Interview mit dem US-Techmagazin The Verge sagt Zuckerberg, dass er es genieße, angezweifelt zu werden, räumt jedoch ein, dass es schwierig sein könnte, zwischen konstruktiven Kritikern und Hatern zu unterscheiden.

„Wenn man alle ausblendet, die überzeugt sind, dass man etwas nicht richtig macht, dann verpasst man eine Menge wirklich wertvoller Signale, um Dinge besser zu machen“, sagt Zuckerberg. „Man sollte also Kritik nicht ignorieren, aber gleichzeitig denke ich, dass es viele Leute gibt, die nicht versuchen, Dinge zu verbessern.“

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Auf den Umstand angesprochen, dass er einer der meistgehassten Personen im Internet ist, meint Zuckerberg: „Ich denke, sobald man eine bestimmte Größenordnung erreicht, ist man gesättigt.“

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Der CEO bekräftigt, dass seine Metaverse-Pläne langfristiger Natur sind, aller Kritik zum Trotz. „Es ist nicht so, dass diese Dinge in einem Jahr oder sogar in zwei oder drei Jahren vollständig ausgereift sein werden. Es wird sehr lange dauern, die nächste Computerplattform zu entwickeln.“

Meta will das Android des XR-Computing werden

Zuckerberg äußerte sich außerdem zu folgenden Themen:

  • Meta Quest Pro: Das Headset solle der Welt das Konzept der Mixed Reality nahebringen und ein Entwickler-Ökosystem in Gang bringen. Das Gerät habe zwei Zielgruppen: Zum einen Enthusiast:innen, die das beste VR-Gerät auf dem Markt wollen, zum anderen für professionelle Anwender:innen, die das Headset für Produktivität nutzen. Meta Quest Pro sei außerdem dazu da, neue Technologien einzuführen, bevor diese für Konsumenten erschwinglich werden. „Die Möglichkeit, an [Meta Quest Pro] zu arbeiten und sie weiterzuentwickeln, hilft uns, [die Technologien] schneller und besser in die Verbraucher-Version zu bringen.“ Wenn dieser Augenblick gekommen sei, existiere bereits ein Entwickler-Ökosystem.
  • Meta Quest 3 und 4: „Irgendwann wird es eine Quest 3 geben, nicht dieses Jahr. Aber ich würde gerne einige dieser Features in künftige Geräte einbauen, sei es Quest 3 oder Quest 4. Die Tatsache, dass wir Quest Pro aufbauen und die Leute damit beginnen können, für Mixed Reality zu entwickeln, ist meiner Meinung nach ein ziemlich großer Vorteil.“
  • Verkaufszahlen der Meta Quest 2: „Ich glaube, wir neigen dazu, Zahlen erst dann mitzuteilen, wenn die Dinge schon viel größer sind“, antwortete Zuckerberg auf die Frage, weshalb Meta keine Verkaufszahlen nennt.
  • Profitabilität von Meta Quest Pro: „Wenn man nur die Komponenten betrachtet, die in das Gerät fließen, dann verlangen wir wohl ein wenig mehr, als die Komponenten kosten. Aber wenn man die gesamte Forschung und Entwicklung und alles andere berücksichtigt, dann auf keinen Fall.“
  • Metas XR-Geschäftsmodell: „Die Strategie besteht insgesamt nicht darin, mit der Hardware Geld zu verdienen, sondern sie so zu gestalten, dass sie zur Entwicklung des Ökosystems beiträgt. Und mit der Zeit wird das Geschäftsmodell dann auf Software und Dienstleistungen basieren.“
  • Offenes vs. geschlossenes Ökosystem: Zuckerberg will laut eigenen Angaben ein offenes Ökosystem für VR und AR aufbauen, mit Apple als großem Gegenspieler. „Ich glaube, dass im Smartphone-Bereich wirklich das geschlossene Ökosystem gewonnen hat [also iOS gegenüber Android]. […] Und ich glaube, dass wir in der nächsten Generation der Computer einen Neustart [dieser Ökosystem-Verhältnisse] erleben werden. Unser Ziel und unsere Herangehensweise bestehen also nicht nur darin, das offene Ökosystem in Partnerschaft mit all diesen anderen Unternehmen [z.B. Microsoft] aufzubauen, sondern dafür zu sorgen, dass das offene Ökosystem wieder gewinnt in dieser [nächsten] Computergeneration.“

Quellen: The Verge