Augmented Reality: Nach dem Hype kommt die Ernüchterung

Augmented Reality: Nach dem Hype kommt die Ernüchterung

Auf der Augmented World Expo 2016 in Berlin traf sich die Augmented- und Virtual-Reality-Szene und lauschte der Keynote des Sci-Fi-Autoren Bruce Sterling. Er glaubt, dass die erweiterte Realität eine große Zukunft hat – sofern sie das Tal der Desillusionierung erhobenen Hauptes durchschreitet.

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Sterling referenziert Gartners Hype-Zyklus, laut dem Augmented Reality – deutlich hinter der Virtual Reality – erst jetzt im Tal der Ernüchterung ankommt. Er appelliert an die anwesenden Entwickler und Unternehmer: „Ihr werdet es schaffen, eine erwachsene Industrie zu sein. Ich glaube, dass das gelingt.“ Die Zeichen seien überall, es gäbe schon jetzt mehr Hardware, als er zählen könne. „Das Silicon Valley ist voller Investoren, die eure Branche mit Geld bewerfen. […] Ihr müsst jetzt liefern.“

Laut Sterling hätte die Augmented-Reality-Branche bereits in 2009 die Möglichkeit gehabt, globale Hits wie Pokémon Go oder Snapchat zu landen. Die Technologie für solche Anwendungen sei damals schon vorhanden gewesen.

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Für die kommenden Jahre sagt Sterling eine Konsolidierung der Computerplattformen voraus, da die Zuwächse bei der Leistung stagnieren würden. „Moores Law wird nicht mehr greifen.“ Er geht von einer Dominanz der großen Computerkonzerne Apple, Google, Amazon, Microsoft und Facebook aus. „Das ist die Ökonomie, in der ihr euch einordnen müsst.“

Einen grundlegenden Unterschied zwischen der Entwicklung der Virtual und der Augmented Reality sieht Sterling im Gespräch mit Wired derweil nicht: „Es gibt keinen technischen Unterschied. Es ist entweder eine komplette Augenbinde oder eine partielle Augenbinde. Die Unterschiede liegen vor allem in der Kultur, weil die VR-Leute selten mit den AR-Leuten sprechen. Sie grenzen sich gerne voneinander ab.“

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Umgebungen, die hauptsächlich aus vom Computer berechnetem Licht bestehen

Der AR-Industrie rät Sterling dazu, genau zu überlegen, welchen Nutzen sie für Menschen stiften könne. „Was sind die Vorteile von Augmented Reality? Warum wollen wir sie benutzen? Was macht sie anders als die Sachen, die es schon gibt?“ Sterling spricht in diesem Kontext von neuen Erfahrungen und Umgebungen, die nur durch AR – oder vielmehr „das Kind der AR“ – entstehen könnten. „Bei AR geht es um die Realität, um die menschlichen Sinne.“

Sterling visioniert eine durch Augmented Reality erweiterte Welt, die zum Großteil durch vom Computer generiertes Licht kreiert wird. Er glaubt, dass dieses Szenario nur zehn bis 15 Jahre entfernt sein könnte. „Das wäre so neu und anders, dass das Disruptionspotenzial riesig wäre. […] Facebook würde im Vergleich wie eine Dampfmaschine aussehen.“

| Featured Image: AWE 2016

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