Apple: Augmented Reality wird so selbstverständlich wie das Smartphone

Apple: Augmented Reality wird so selbstverständlich wie das Smartphone

Apple-Chef Tim Cook geht davon aus, dass sich Menschen eines Tages fragen werden, wie sie jemals ohne Augmented Reality leben konnten.

Schon häufig ließ Cook in den vergangenen Monaten verlauten, dass Apple zukünftig wohl eher auf die erweiterte als auf die virtuelle Realität setzen wird. Während das Unternehmen bislang keine Anstalten macht, VR-Produkte vorzustellen, gab es gerade im Bereich Augmented Reality zahlreiche strategische Investitionen. Besonders signifikant war die Übernahme von Metaio in 2015, einem weltweit renommierten AR-Unternehmen aus München. Dessen ehemaliger Geschäftsführer Thomas Alt klettert nun bei Apple die Karriereleiter hoch.

Die Frage, ob Apple mit Augmented Reality durchstartet, scheint sich daher kaum mehr zu stellen. Viel spannender ist die Frage nach dem Zeitpunkt. „Es wird noch eine Weile dauern, weil es wirklich sehr komplexe technologische Herausforderungen zu meistern gilt“, sagt Cook bei einer Frage-Antwort-Runde auf der Utah Tech Tour.

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Zu diesen Herausforderungen zählt gewiss die Computer Vision. Der Begriff beschreibt den Versuch, einer Maschine beizubringen, wie ein Mensch zu sehen. Das ist wichtig, damit zukünftige Augmented-Reality-Geräte digitale Objekte perspektivisch korrekt in die reale Umgebung einbetten können. Nur so wirkt die Vermischung realer und digitaler Elementen glaubhaft.

Um entsprechende Geräte fit für den Endverbrauchermarkt zu machen, braucht es noch eine Reihe weiterer technologischer Sprünge, beispielsweise bei der Miniaturisierung der komplexen Sensorik und der Bereitstellung von ausreichend Rechenleistung bei geringem Akkuverbrauch. Nur dann kann AR-Technologie wie ein Smartphone – oder sogar im Smartphone – in den Alltag integriert werden.

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Cook bezweifelt jedoch nicht, dass das gelingt: „Es wird im großen Maßstab passieren. Und wenn es passiert, werden wir uns fragen, wie wir ohne AR leben konnten. So wie wir uns heute fragen, wie wir früher ohne Smartphones leben konnten.“ Die erweiterte Realität, so Cook, solle in Industrienationen eines Tages so selbstverständlich sein wie drei Mahlzeiten am Tag.

Sich abzuschotten ist nicht akzeptabel

Da Menschen „im Kern soziale Wesen sind“, so Cook, akzeptierten sie es auf Dauer nicht, wenn ein Gerät – so wie es bei einer VR-Brille der Fall ist – den Nutzer von der Außenwelt abschottet.

Schon in der Vergangenheit äußerte Cook wiederholt, dass er VR langfristig eher als Nischenprodukt sieht. „VR wird nicht so groß wie AR werden“, sagt Cook.  Das bedeutet jedoch nicht, dass Cook der virtuellen Realität generell den Nutzen abspricht. In der Bildung oder bei Spielen habe die neue Technologie großes Potenzial.

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Details zu Apples AR-Strategie verrät Cook derweil nicht. Dieses Schweigen wird er früher oder später brechen müssen, da die Konkurrenz seit längerem an entsprechenden Lösungen arbeitet. So verschickt Microsoft seine Augmented-Reality-Brille Hololens bereits an Entwickler und Unternehmen und kooperiert im VR-Bereich mit der Facebook-Tochter Oculus VR.

Google möchte mit der Daydream-Initiative den Markt für mobile VR-Erfahrungen dominieren und steckte Ende 2015 über eine halbe Milliarde US-Dollar in das AR-Startup Magic Leap. Ein erster Prototyp der ominösen Brille soll noch in diesem Jahr in Produktion gehen und an Entwickler versandt werden.

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| Featured Image: Mike Deerkoski, Flickr, Lizenziert nach CC BY 2.0