Wie einst im Kino versuchen Geschichtenerzähler dieser Welt, den Bildern in Virtual Reality das Laufen beizubringen. Allumette ist ein weiterer Versuch und ein vielversprechender noch dazu.

Allumette erzählt die Geschichte einer Mutter und ihrer Tochter, die sich in einer Wolkenstadt abspielt. Der Stil des komplett animierten Films erinnert wegen der leicht abrupten Bewegungen der Charaktere an ein Puppenspiel. Der Aufbau der fantastischen Umgebung ähnelt einer Theaterbühne, die man als Zuschauer erklimmt und sich in der Kulisse bewegt, während sich die Geschichte in 360-Grad entfaltet.

Die Handlung, so die Macher, sei von Hans Christian Andersens “Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern”inspiriert. Rund 20 Minuten dauert das VR-Kino und hat damit für Virtual-Reality-Verhältnisse beinahe Überlänge.

Der Zuschauer entscheidet, was er sieht – und was nicht

Die erste Begegnung mit Allumette ist rein akustisch: Man hört ein lautes Schluchzen. Erst wenn man sich auf der virtuellen Bühne bewegt, einen Schritt zur Seite geht und einen Blick unter eine Brücke wirft, entdeckt man den Ursprung des Wehklagens. Das junge Mädchen hat sich unter dem Brückenpfeiler versteckt. Der Zuschauer könnte ebenso warten, bis Allumette eigenständig unter der Brücke hervorkriecht – der Verlauf des VR-Films ist nicht interaktiv und es gibt keine Gelegenheit, die Geschichte zu verändern.

Das ist durchaus befremdlich, denn wenn man als gottgleiche Figur über dem Geschehen thront, entwickelt man schnell ein Verantwortungsgefühl für die zerbrechlich wirkenden Charaktere.

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