Augmented Reality kann Elemente der Realität digital erweitern. Doch was passiert, wenn nicht mehr nur Umgebungen, sondern Menschen künstlich erweitert werden? Ein neuer 360-Grad-Film geht dieser Frage nach und zeichnet das dystopische Bild einer Zukunft, in der die Menschen hinter einer digitalen Scheinrealität verschwinden.

Eines Morgens, in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, wacht eine junge, schöne und erfolgreiche Frau neben ihrem Freund auf. Sie ist besonders glücklich an diesem Morgen und sagt es ihm. Er beugt sich daraufhin über sie, schaut ihr tief in die Augen und erwidert, dass sie perfekt sei und dass er sie mehr liebe, als sie es sich vorstellen könne.

Die Worte hinterlassen bei ihr ein ungutes Gefühl. Hat er genau die gleichen zwei Sätze nicht schon einmal gesagt? Damals, als sie sich zum ersten Mal verabredeten? Glücklicherweise speichern ihre Kontaktlinsen alles, was sie sieht. Als ihr Freund weg ist, setzt sie sich hin und geht die Aufzeichnungen ihres ersten Dates durch.

Ihre Befürchtung bestätigt sich. Um der Sache auf den Grund zu gehen, macht sie sich mit ihrem persönlichen KI-Begleiter auf die Suche nach dem Ursprung dieses merkwürdigen Phänomens und macht dabei eine verstörende Entdeckung: Die digitalen Erweiterungen ihrer AR-fähigen Kontaktlinsen haben auf ihr Privatleben übergegriffen und zeigen ihr eine geschönte Version ihres Partners und ihrer Liebesbeziehung.

Kontrollverlust durch Technologie

“Rose-Colored” ist bereits die vierte VR-Produktion des jungen Filmemachers Adam Cosco. Der 360-Grad-Film ist der Auftakt zu einer 15-teiligen VR-Serie, die sich auf den Spuren von Black Mirror mit den gesellschaftlichen und lebensweltlichen Auswirkungen moderner Technologie befasst.

Auf die Idee zum Film kam Cosco, als er beobachtete, wie soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram Menschen dazu verleitet, künstliche Identitäten zu schaffen, die nach außen hin perfekt scheinen, mit d…


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