Facebook: 60 Wissenschaftler arbeiten an Gehirn-Computer-Interface

Facebook: 60 Wissenschaftler arbeiten an Gehirn-Computer-Interface

Im Februar konnte man Stellenausschreibungen entnehmen, dass Facebook an einer Gehirn-Computer-Schnittstelle forscht. Auf der F8 gewährte das Unternehmen Einblick in die neuste Forschung und die längerfristigen Ziele.

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Den Vortrag hielt Regina Dugan, die Leiterin von Facebooks Zukunftslabor, das "Building 8" genannt wird. Dugans Ausführungen kreisten um die Frage, wie man die neuronale Leistungsfähigkeit des Gehirns in die reale Welt tragen und hiermit für sich und seine Mitmenschen fruchtbar machen könne. Die naheliegende Antwort war: Per Technologie, die die Signale des Gehirns interpretieren und in die physische Welt übersetzen kann.

E-Mails mit der Kraft von Gedanken schreiben

Dugan zeigte als Beispiel eine ALS-Patientin, die einen Mauscursor allein mit der Kraft ihrer Gedanke bewegte, um auf einem Display Worte zu tippen. Das Ziel der Forschung sei es, Worte direkt im Sprachzentrum des Gehirns zu entschlüsseln. Dugan beeilte sich, zu betonen, dass es nicht darum ging, Gedanken abzugreifen, sondern nur jene Worte, die man zur gedanklichen Übermittlung vorselektiert hat. Dugan ging nicht auf die Frage ein, ob und inwiefern eine solche Trennung überhaupt möglich ist.

Über die Haut Worte hören

Dugan zeigte das Video eines blinden und gehörlosen Mannes, der mit seiner Hand hört, was andere Menschen sagen, indem er sie auf die Wange der sprechenden Person legt. Dugan erklärt, dass der Mann gelernt hat, die vibrotaktilen Signale so zu interpretieren, dass er die gesprochenen Worte daraus ableiten kann. Ihre Abteilung experimentiere mit einem ähnlichen Verfahren, bei dem Menschen über Vibrationen auf ihrer Haut Wörter entschlüsseln können.

In einem Video führt Dugan das Experiment vor. Eine Testperson trägt auf dem linken Arm eine Reihe von Vibrationsmotoren, die einzelne Worte in unterschiedliche Vibrationsmuster übersetzt. Das Wort "Schwarz" vibriert zum Beispiel zuerst in einer tiefen Frequenz und dann in einer hohen Frequenz. Die Testperson hat die Muster auswendig gelernt und kann auf diese Weise die Worte entziffern. Dugan räumt am Ende ein, dass sich die Forschung noch in einer sehr frühen Phase befindet.

| Featured Image: Facebook