Hindenburg VR: Eine Zeitreise, die ich so schnell nicht vergessen werde

Hindenburg VR: Eine Zeitreise, die ich so schnell nicht vergessen werde

Die VR-Erfahrung LZ 129 Hindenburg zeigt beispielhaft, wie Geschichte mit Virtual Reality vermittelt werden kann. Ein Pflichterlebnis.

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LZ129 Hindenburg ist der erste kostenpflichtige DLC des VR-Zeitreisensimulators TimeLab und ist ab heute bei Steam erhältlich.

Der DLC ist dem legendären Luftschiff gewidmet, das nach dem Reichspräsidenten der Weimarer Republik Paul von Hindenburg benannt wurde und bis zum Absturz des Zeppelins im Jahr 1937 der Stolz deutscher Ingenieurskunst war. Die sogenannte Hindenburg-Katastrophe erschütterte das Vertrauen in die Sicherheit der Zeppeline und besiegelte das Ende dieses Transportmittels.

Ich habe das PC-VR-Erlebnis ausprobiert und finde, dass LZ129 Hindenburg eine der besten historischen VR-Erfahrungen der letzten zehn Jahre ist. Nachfolgend schildere ich meine Eindrücke.

Geschichte zum Anfassen

Das Erlebnis beginnt in der Zukunft, in einem Raum des TimeLab, der mit seinen Apparaturen an Dr. Kleiners Labor aus Half-Life 2 erinnert. Ich starte den Reaktor der Zeitmaschine, begebe mich auf eine Plattform und lege das zuvor ausgewählte Hindenburg-Modul ein. Bevor ich die Zeitreise antrete, werden mir auf Bildschirmen Fakten und Hintergründe zur Hindenburg vermittelt, während ein vor mir schwebendes Hologramm den Aufbau des Luftschiffs veranschaulicht.

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Nach dieser informativen und visuell ansprechenden Einführung starte ich die Simulation und finde mich an Bord der Hindenburg wieder, genauer: im Passagierdeck A. Von hier aus erkunde ich den Speiseaal, den Gesellschaftsraum und den Rauchersalon und werfe einen Blick in die Kabinen des Ober- und Unterdecks, während das Luftschiff über den Atlantik fliegt.

Innenansicht einer Zeppelin-Lounge mit Weltkarte, Portrait, Tischen, Stühlen und orangefarbenen Sitzbänken.

Die Lounge des Zeppelins mit Blüthner-Flügel und einem Porträt von Hindenburg. | Bild: VR-Dynamix

Betrachtet man historische Fotografien dieser Innenräume, wird deutlich, dass sie mit großer historischer Treue und Liebe zum Detail für Virtual Reality rekonstruiert wurden. Durch diese Gänge und Räume zu schreiten, vermittelt ein akkurates Gefühl davon, wie es gewesen sein muss, mit der Hindenburg zu reisen. Viel luxuriöser und geräumiger jedenfalls als in heutigen Flugzeugen, mit einer einzigartigen Aussicht auf vorbeiziehende Landschaften und Städte durch die schrägen Fenster.

Das VR-Erlebnis verzichtet auf nüchterne Texttafeln, stattdessen gibt es in jedem Raum und teilweise auch zu einzelnen Objekten von Interesse einen gesprochenen Kommentar, der zusätzlich zu den visuellen und räumlichen Eindrücken Kontexte und Zusammenhänge zur Einrichtung, Funktionsweise und technischen Innovationen der Hindenburg vermittelt.

Faszinierendes Manhattan der 30er Jahre

Nach einem Abstecher in die Führergondel geht es weiter zu einem ganz anderen Erlebnis, das den Flug des Zeppelins über New York Ende der 30er Jahre grafisch aufwendig visualisiert. Wir erleben die Ankunft von einem Boot aus, das eine Rundfahrt durch den Hafen von Manhattan unternimmt und erfahren dabei allerhand über die Skyline, die für Virtual Reality originalgetreu nachgebaut wurde. Dieses VR-Erlebnis ist ein Highlight der Zeitreise und wäre allein für sich schon den Download wert.

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Die VR-Erfahrung endet mit einer Szene, die den Absturz des Zeppelins im nahe gelegenen Lakehurst nachbildet. Die Katastrophe wird dabei aus einer Perspektive gezeigt, die aus historischen Filmaufnahmen bekannt ist und fügt diesen nicht viel hinzu.

Die Hindenburg war ein gigantisches Luftschiff: mehr als dreimal so lang wie ein Airbus A380 und mehr als hundertmal so groß. Diese Größenverhältnisse kann man mit den Mitteln der Virtual Reality eindrucksvoll vermitteln. Leider kommen sie nie zur Geltung, denn man erlebt den Zeppelin nur von innen oder aus der Ferne. Die letzte Szene hätte Gelegenheit dazu geboten.

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Jedenfalls hätte ich mir zumindest gewünscht, von außen um den Zeppelin herumgehen zu können, um dessen gigantische Größe zu erleben.

Fazit: Eine Zeitreise mehr als wert

Die VR-Erfahrung LZ129 Hindenburg zeigt wie stark Virtual Reality in der visuellen Wissensvermittlung sein kann. Die Passagierräume der Hindenburg zusammenhängend und in diesem Detailgrad erkunden zu können, hat eine ganz andere Qualität, als sich Bilder anzuschauen und Texte dazu zu lesen.

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Leider gibt es nur sehr wenige VR-Erfahrungen dieser Art und vor allem in dieser Qualität. Dabei wären sie eine große Bereicherung für Schulen, Museen und alle, die gerne in die Vergangenheit eintauchen. LZ129 Hindenburg ist hochwertig produziert und unterhaltsam vermittelt und daher auch für Menschen zu empfehlen, die sich nicht für Luftfahrtgeschichte interessieren.

Der Zeppelin

Auch die Außenseite des Zeppelins wurde mit viel Aufwand modelliert. | Bild: VR-Dynamix

Alles in allem nimmt die VR-Erfahrung etwa eine Stunde in Anspruch, ohne das ebenfalls enthaltene Minispiel, bei dem man die Hindenburg durch die Häuserschluchten von New York steuert und das ich für diesen Kurztest nicht ausprobiert habe.

LZ 129 Hindenburg könnt ihr ab heute bei Steam als DLC erwerben.

Der DLC gehört zum VR-Zeitreisensimulator TimeLab, der kostenlos ist und zwei weitere historische Erfahrungen bietet: In "Falkenstein" könnt ihr eine Nachbildung der nie realisierten Traumburg von Ludwig II. besuchen, während ihr in "Apollo 11" die erste Mondlandung hautnah miterlebt. Weitere Zeitreisemodule sollen in Zukunft folgen.

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