Schmerzfrei durch Virtual Reality: Neue Hoffnung für Krebspatienten - Studie

Schmerzfrei durch Virtual Reality: Neue Hoffnung für Krebspatienten - Studie

Eine neue Untersuchung belegt, dass Virtual-Reality-Anwendungen Krebsschmerzen signifikant reduzieren können und ermöglicht zugleich objektive Schmerzmessung mittels Hirnaktivitätsanalyse.

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FAKTEN

Wissenschaftler:innen haben die Wirksamkeit von Virtual Reality zur Schmerzlinderung bei Krebspatienten nachgewiesen und gleichzeitig eine Methode zur objektiven Schmerzmessung entwickelt. Die im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte Studie nutzte funktionelle Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS), um Hirnaktivitätsmuster zu analysieren und Schmerzen in drei Kategorien zu klassifizieren: leicht, moderat und stark.

Die Forschenden des Roswell Park Comprehensive Cancer Centers in den USA untersuchten drei Gruppen: gesunde Teilnehmende ohne VR-Anwendung, Krebspatienten mit Schmerzen, die ein VR-Programm nutzten, und Krebspatienten mit Schmerzen ohne VR-Intervention. Sämtliche Teilnehmenden trugen eine drahtlose fNIRS-Kopfhaube zur Aufzeichnung der Hirnaktivität.

Bei der Gruppe, die das neunminütige „Oceania“-Entspannungsprogramm für Meta Quest erlebte, wurden die Schmerzen vor und nach der VR-Sitzung gemessen. Die Ergebnisse zeigten eine statistisch signifikante Schmerzreduktion. Bemerkenswert ist, dass 75,61 Prozent der Patienten eine Schmerzreduktion von mehr als 30 Prozent erfuhren – ein Wert, der als klinisch relevante Verbesserung gilt.

Das entwickelte Klassifikationsmodell für Schmerzintensität erreichte eine Genauigkeit von 74 Prozent bei der Vorhersage von Schmerzstärken anhand der Hirnaktivität. Die Forschenden stellten zudem fest, dass VR signifikante Veränderungen in der funktionellen Konnektivität bestimmter Hirnregionen bewirkte, besonders im präfrontalen Kortex, der für kognitive Funktionen und emotionale Regulation verantwortlich ist.

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KONTEXT

VR in der Schmerztherapie keine Seltenheit

Die aktuelle Standardmethode zur Schmerzerfassung basiert auf Selbsteinschätzungen der Patienten mittels Skalen wie dem FACES Pain Scale-Revised (FPS-R). Diese subjektiven Methoden können jedoch durch kognitive Beeinträchtigungen oder andere Faktoren verfälscht werden. Die in der Studie entwickelte objektive Messmethode könnte daher ein wichtiger Fortschritt sein.

Virtual Reality als nicht-pharmakologische Schmerztherapie funktioniert hauptsächlich durch Ablenkung. Die immersive Natur von VR lenkt die Aufmerksamkeit der Patienten vom Schmerz weg und verlagert kognitive Ressourcen. Zusätzlich können positive emotionale Zustände, die durch ansprechende VR-Umgebungen ausgelöst werden, die Schmerzwahrnehmung weiter reduzieren.

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Die Ergebnisse dieser Studie reihen sich in eine seit Jahren wachsende Zahl von Untersuchungen zur Wirksamkeit von VR bei Schmerzen ein. In den USA arbeiten Spezialisten wie Brennan Spiegel bereits mit VR-Therapien gegen chronische Schmerzen. Unternehmen wie AppliedVR haben VR-Anwendungen entwickelt, die von der US-Arzneimittelbehörde FDA für die Behandlung von Fibromyalgie und chronischen Rückenschmerzen zugelassen wurden.

Zudem werden mittlerweile auch fotorealistische VR-Reise-Anwendungen wie Brink Traveler therapeutisch eingesetzt. Das Unternehmen Brink XR hat 2024 eine Partnerschaft mit Novobeing geschlossen, um seine naturgetreuen Umgebungen für VR-Therapien zur Linderung von Ängsten, Stress und Schmerzen bereitzustellen.

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Quellen: Nature.com