Ein YouTuber benutzt Deepfakes als Jungbrunnen für die Star-Wars-Serie. Macht Disney es bald nach?

Disneys “Solo: A Star Wars Story” erzählt die Geschichte des jungen Han Solo, der in den Originalfilmen von Harrison Ford gespielt wurde. Blöd nur, dass Ford seit den 80ern nicht jung geblieben ist – zumindest nicht rein optisch.

Tricktechnik kann heutzutage zwar vieles, ganz gewiss in den Händen von Disney. Aber Harrison Ford in Spielfilmlänge glaubhaft wieder jung zu rendern, traute sich selbst der Entertainment-Konzern offenbar nicht zu.

Stattdessen castete das Team den Ersatzmann Alden Ehrenreich, der, das sieht man im Deepfake, in dem sein Gesicht durch das von Ford ersetzt wird, dem Original tatsächlich erstaunlich nahekommt.

Der YouTuber Shamook ersetzte in einer kurzen Szene auch das Gesicht von Donald Glover, der den jungen Lando Calrissian spielt, durch das von Billy Dee Williams, der die Lando-Rolle in den frühen Star-Wars-Filmen hatte.

Schon 2018 gab es einen Deepfake, der Fords Gesicht auf das von Ehrenreich setzte. Sieht man von der Stimme ab, die eben Ehrenreichs und nicht Fords Originalstimme ist, bietet auch hier die Deepfake-Version des Films eine gute Qualität.

Könnte ein neuer Solo-Film mit Deepfake-Schauspielern kommen?

Sollte sich Disney dazu entscheiden, die Solo-Reihe fortzusetzen, wäre sie ein guter Kandidat für ein interessantes Deepfake-Experiment: Disney könnte beispielsweise auf der eigenen Streaming-Plattform Disney+ neben der Originalversion der Fortsetzung auch eine historische Ausgabe des Films anbieten, die die Originalschauspieler per Deepfake zurückbringt.

Interessant wäre es allemal, zu sehen, welche Version die Fans bevorzugen. Und für Disneys Streaming-Service wäre die Nummer eine große PR-Chance, die Aufmerksamkeit wäre dem Konzern gewiss.

Bis Solo 2 fertig wäre, dürfte die audiovisuelle Deepfake-Qualität den Standards der Filmbranche genügen: Disney forscht bereits an besonders hochwertigen Deepfakes mit Megapixel-Auflösung, die sogar für die Kinoleinwand reichen könnte.

Und: Stimm-Deepfakes werden ebenfalls immer besser. Ford persönlich könnte das Material für das KI-Training liefern.

Solo-Produzent sagt Profi-Deepfakes voraus

Interesse für einen Deepfake-Film dürfte bei Disney ebenfalls vorhanden sein: Solo-Produzent Rob Bredow von Industrial Light & Magic prognostizierte schon vor ziemlich genau zwei Jahren, dass die Technik in rund ein bis zwei Jahren in seinem Arbeitsalltag ankommt.

“Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir sie [Deepfakes] mit viel höherer Qualität für Profiproduktionen nutzen können”, sagte Bredow.

Hier gibt’s unsere Liste mit zwölf beeindruckenden Deepfakes. Über ein Deepfake-Hollywood, bei dem man die Schauspieler per Knopfdruck nach eigenem Gusto tauscht, sprechen wir im MIXEDCAST-Folge #169.

Weiterlesen über Deepfakes:

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