Cruise und General Motors holen sich Microsoft ins Team. Azure könnte so bald in autonomen Fahrzeugen zum Einsatz kommen.

Vergangene Woche kündigten General Motors (GM) zusammen mit seiner Tochterfirma Cruise eine strategische Partnerschaft mit Microsoft an. Gemeinsam wollen die Unternehmen für eine schnellere Kommerzialisierung von autonomen Fahrzeugen sorgen. Die Kooperation mit Microsoft könnte ein wichtiger Schritt für GMs Zukunftspläne auf dem autonomen Sektor sein.

Cruise Automation: von Grund auf autonom

Auf der CES 2021 präsentierte General Motors neben eines digitalen Prototyps für ein autonomes Flugtaxi sein neues Batteriekonzept. Die Ultium-Battery-Plattform ist ein Antriebs- und Batterie-Layout für elektrisch betriebene Fahrzeuge. Es lässt sich flexibel an verschiedene Fahrzeugtypen anpassen und erreicht bis zu 650 Kilometer mit einer Ladung.

Damit stattet GM auch die autonomen fahrenden Autos der Firma Cruise Automation aus.

Die Ultium-Battery-Plattform von General Motors.

Die Ultium-Battery-Plattform von General Motors soll flexibel an verschiedene Fahrzeugtypen angepasst werden können. | Bild: General Motors

Cruise wurde 2016 von General Motors übernommen und wird unter anderem von Honda mitfinanziert. Im Januar 2020 präsentierte das Unternehmen den „Cruise Origin“.

Der Origin wurde von Grund auf als autonom fahrendes Auto der Stufe vier bis fünf konzipiert, ein Lenkrad sucht man im Cockpit also vergebens.

Seit Oktober 2020 darf Cruise seine autonom fahrenden Autos in Kalifornien ohne Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer betreiben. Dem ging eine fünfjährige Testphase mit über drei Millionen zurückgelegten Kilometern voraus. Die Fahrten werden seit Dezember von einer Zentrale aus fernüberwacht.

Microsoft bringt Cloud-Computing in Robo-Taxis

Autonom fahrende Autos nutzen Kamerasysteme, Radar- und Lidar-Sensoren, um die Umgebung zu analysieren und auf Verkehrsteilnehmer oder Hindernisse zu reagieren. Dabei fallen große Datenmengen an, die Hochleistungsrechner verarbeiten müssen.

Mobileye setzt dabei auf System-on-a-Chip-Technologien von Mutterkonzern Intel. Der chinesische Autobauer NIO kooperiert mit Nvidia, um seine neue E-Limousine mit leistungsstarken KI-Chips schrittweise zum vollautonomen Fahrzeug zu machen.

Mit Microsoft haben sich GM und Cruise nun einen Spezialisten für Cloud Computing an Bord geholt. Microsoft Azure ist eine der leistungsstärksten Plattformen am Markt und soll den Cruise-Fahrzeugen helfen, die Unmengen an anfallenden Bewegungsdaten zu speichern und zu verarbeiten.

General Motors CEO Mary Barra sieht in Microsoft einen starken Partner für eine schnelle Kommerzialisierung vollelektrischer und selbstfahrender Cruise-Fahrzeuge. Bis 2025 will GM weitere dreißig neue E-Autos auf den Markt bringen und dabei auf Microsofts Cloud-Computing-Service setzen.

Autonome Autos liegen bei Tech-Konzernen hoch im Kurs

Microsoft teilt sich ein neues Cruise-Investment von über zwei Milliarden US-Dollar mit General Motors, Honda und weiteren Anlegern. Damit steht Cruise Automation bei einer Gesamtbewertung von 30 Milliarden US-Dollar.

Die Windows-Macher sind nicht der einzige große Tech-Konzern, der sich für autonome Fahrzeuge interessiert. Die US-amerikanische Holding Alphabet, zu der auch Google gehört, gründete 2016 Waymo. Deren System „Waymo Driver“ gewann kürzlich einen Best of Innovation Award auf der CES 2021.

Amazon kaufte letztes Jahr den Robo-Taxi-Hersteller Zoox und auch Apple plant ein autonomes Auto und verhandelt derzeit mit großen Automobilherstellern über eine mögliche Produktionskooperation.

Titelbild & Quelle: Cruise 

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