Autonome Killerroboter: US-Präsidentschaftskandidat Yang fordert Verbot

Autonome Killerroboter: US-Präsidentschaftskandidat Yang fordert Verbot

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Andrew Yang hat Künstliche Intelligenz weit oben auf seiner Agenda. Jetzt macht er Killerroboter zum Wahlkampfthema.

Seit Februar 2018 bringt sich der Unternehmer Andrew Yang für die US-Wahl 2020 als potenzieller Trump-Gegner in Stellung. Ein Thema treibt ihn besonders um: Die möglicherweise drohende Massenarbeitslosigkeit durch die KI-gestützte Automatisierung der Industrie und zahlreicher Dienstleistungen. Diesem Drohszenario will Yang unter anderen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen begegnen.

„Das ist der große Schritt, den wir machen müssen, um unsere Gesellschaft durch eine der größten wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen unserer Geschichte zu führen“, sagt Yang über das Grundeinkommen.

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Yang bezieht Stellung gegen Killerroboter

Ein zweites großes KI-Drohszenario sind autonome Waffensysteme, die Tötungsentscheidungen treffen. Die nicht-militärische Bezeichnung für diese Maschinen, die jeder versteht: Killerroboter.

In einem Tweet bezieht Yang eindeutig Position gegen tödliche autonome Waffen: Die USA müsse Anführer sein beim Verbot entsprechender Systeme. Nur Menschen dürften Entscheidungen über Leben und Tod treffen.

Yang verlinkt auf einen dystopischen Kurzfilm des „Future of Life“-Instituts, der die Gefahren von Killerrobotern beschreibt. Das Institut befasst sich mit den existenziellen Bedrohungen der Menschheit. Autonome Waffensysteme stehen auf der Agenda.

Killerroboter-Verbot: Die Politik wird sich nicht einig

Geht es nach US-Generalleutnant Jack Shanahan, dann rennt Yang mit seiner Forderung beim US-Militär offene Türen ein. Shanahan ist Chef des Joint Artificial Intelligence Center (JAIC), das die US-Armee bei weitreichender KI-Implementierung unterstützen und diese prüfen soll.

Zwar geht Shanahan fest davon aus, dass KI-gestützte Waffensysteme die Kriege der Zukunft prägen werden: „In 20 Jahren treten Algorithmen gegeneinander an.“ Aber auf Killerroboter wolle die USA verzichten, so Shanahan. Die Entscheidung über Leben und Tod müsse beim Menschen bleiben, dafür trete er ein.

Vielleicht würde es dem Rest der Welt helfen, wenn die USA ihre möglicherweise eher kritische Haltung zu Killerrobotern durch ein Verbot konkretisiert. Denn im EU-Parlament wird seit mehr als sechs Jahren über ein Killerroboter-Verbot diskutiert – bislang ergebnislos. Und der deutsche Bundestag lehnte gerade einen Antrag der Grünen und Linke ab, sich ausdrücklich für ein Verbot tödlicher autonomer Waffensysteme auszusprechen und diese Haltung international zu vertreten (via Netzpolitik).

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