Die Technik hinter AI Dungeon hat das Potenzial, Videospiele zu revolutionieren. Nun konnte sich das Start-up Latitude eine Investition zur Weiterentwicklung der Technologie sichern.

AI Dungeon ist ein Textadventure im Pen-&-Paper-Stil, bei dem Künstliche Intelligenz die Rolle des Spielleiters übernimmt. Die Spieler wählen einen Charakter und Hintergrund sowie ein Genre. Basierend auf Texteingaben spinnt die KI die Geschichte beliebig lange fort.

Anders als bei herkömmlichen Textadventures reagiert das Spiel auf so ziemlich jeden Input der Spieler und schafft so unvorhersehbare und dynamische Spielverläufe.

Wie das klingt, könnt ihr in der MIXED.de-Podcast Folge #229 hören, in der sich Christian, Max und Matthias gemeinsam in ein KI-generiertes Abenteuer stürzten. Oder ihr probiert es einfach selbst aus, mit einem Android– oder iOS-Smartphone.

Mächtige Sprach-KI als Grundlage

“Im Gegensatz zu den meisten Spielen, in denen der Entwickler so ziemlich alles weiß, was in seinem Spiel passieren kann, macht die KI jede neue Erfahrung einzigartig und interessant. Das macht AI Dungeon extrem spaßig, selbst wenn man schon viel Zeit damit verbracht hat”, sagt uns der Schöpfer des Spiels Nick Walton in einem Interview.

AI Dungeon begann als ein Hackathon-Projekt des Entwicklers, der den KI-Textgenerator GPT-2 zu einem maschinellen Geschichtenerzähler umfunktionierte.

Im April 2020 erhielt AI Dungeon einen Multiplayer-Modus und drei Monate später kam eine stark verbesserte Version heraus, die auf der wesentlich mächtigeren Sprach-KI GPT-3 aufbaut und glaubwürdigere und zusammenhängendere Geschichten erzählt. Mit noch größeren Sprachmodellen soll sich die narrative Leistung des KI-Geschichtenerzählers weiter steigern. Laut Walton hat AI Dungeon bereits 1,5 Millionen monatliche aktive Nutzer.

KI hat ein Riesenpotenzial für Videospiele

Nun konnte sich sein Start-up Latitude eine Seed-Finanzierung über 3,3 Millionen US-Dollar sichern. Die Investition führe NFX an, während Album VC und Griffin Gaming Partners ebenfalls Finanzmittel beisteuern, berichtet Techcrunch.

Der Plan sei jetzt, mehr KI-basierte Spiele zu schaffen und eine Plattform zu entwickeln, die es anderen Game-Designer erlaubt, die Technologie für eigene Spiele zu nutzen.

Walton sieht in Künstlicher Intelligenz eine Möglichkeit, die Grenzen menschlicher Kreativität zu durchbrechen. Selbst bei Verfahren wie prozeduraler Generierung entstehe mehr oder weniger der immergleiche Inhalt. KI hingegen könne jedes Mal von neuem etwas Einzigartiges schaffen und so Entwicklungskosten senken.

“Mit dieser Technologie könnte man eine Welt mit zehntausenden Charakteren erschaffen, die ihr eigenen Hoffnungen und Träume haben. Du könntest Welten haben, die dynamisch und lebendig sind. Nicht wie World of Warcraft, in der zehn Millionen Menschen die gleiche Quest machen”, sagt Walton.

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