Die VR-Branche braucht Metas Enthusiasmus

Die VR-Branche braucht Metas Enthusiasmus

Mark Zuckerbergs Begeisterung für VR und AR ist keine Show. Sie hat einen Zweck und ist (noch immer) wichtig für die Branche.

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Diese Woche schrieb ich über eines der ersten VR-Erlebnisse Mark Zuckerbergs im Jahre 2014. Wenige Wochen später erwarb Facebook das VR-Start-up Oculus und brachte damit den Hype um Virtual Reality ins Rollen.

Der Traum vom schnellen Mainstream-Erfolg der VR-Headsets erfüllte sich nicht. Doch Zuckerberg hält VR und AR noch immer für die Tech-Zukunft. Im Herbst benannte er sein Unternehmen in Meta um und richtete es radikal neu aus. Das Ergebnis ist ein erneuter Hype um VR und AR, nur unter neuem Namen: dem Metaverse.

Doch auch dieser erneute Hype wird nicht zu schnellen Umsätzen führen, insbesondere, da Zuckerberg den Blick weit, Kritiker:innen sagen zu weit, in die Zukunft richtet. Das Metaverse in Rendervideos ist mehr Sci-Fi-Vision als Wirklichkeit, mehr Platzhalter und Unbekannte als ein klar definierter Begriff. Es existieren viele unterschiedliche Definitionen des Metaverse – doch darin liegt auch die Macht dieses Konzepts.

Ein neues Kapitel für Virtual Reality

Der VR-Markt und dessen Entwicklung sind so interessant wie noch nie. Meta Quest 2 gab in den letzten Jahren einen Vorgeschmack auf den Mainstream. Stagnierte die Technologie zuletzt, wird sie demnächst wieder Sprünge machen: Project Cambria, Playstation VR 2 und Apples Headset, falls es denn endlich erscheint, werden 2023 neue Maßstäbe in Sachen VR-Technik setzen und hoffentlich noch mehr Menschen für VR und AR begeistern.

Ist die Technologie damit endlich über den Berg, aus der Nische herausgewachsen, hat sie ihren Platz im Mainstream gefunden? Ich denke nicht. VR-Headsets gab es schon vor 2016 und es wird sie auch in Zukunft geben in Bereichen wie 3D-Design, Architektur, Gaming und Training – egal, was passiert.

Aber dieser Nischenmarkt ist nicht das, worauf Zuckerberg abzielt. Virtual und Augmented Reality sollen Technologien mit großer kultureller Tragweite werden, die im Alltag der Menschen eine Rolle spielen. Sie sollen mehr sein als ein Werkzeug unter vielen.

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Nur Meta und Sony zeigen bislang Ausdauer

Es ist schwer, sich vorzustellen, wie sich die Branche ohne Metas Zugkraft und Investitionswillen entwickelt hätte. Was wäre, würde sich Zuckerberg von VR und AR abwenden?

Leben wir tatsächlich bald in einer Post-Meta-Ära, in der die Branche auch ohne größeres Zutun Metas kontinuierlich wächst, wie der Analyst Ming-Chi Kuo kürzlich behauptete? Ich bin skeptisch.

Es gibt nicht viele reiche Unternehmen, die an VR glauben und die Ausdauer und Bereitschaft haben, in die Technologie zu investieren, ohne dass sie zeitnah große Gewinne abwirft. Es gibt Meta, Sony und es gibt die Opportunisten und Trittbrettfahrer, die aus primär drei Gründen in VR investieren: weil sie sich schnellen Umsatz versprechen, weil sie Angst haben, dass Zuckerberg am Ende doch recht hat oder weil sie schlicht tun, was Meta tut.

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Der Enthusiasmus hat einen Zweck

Letzteres lässt sich gut nachvollziehen. Meta hat große Macht, wirtschaftlich und dadurch, dass knapp drei Milliarden Menschen dessen soziale Netzwerke nutzen.

Zuckerbergs Einfluss ist so groß, dass er die Realität vieler Menschen allein schon dadurch verändert und formt, dass er ein neues Unternehmensziel ausgibt. In diesem Fall etwas, das noch gar nicht existiert: das Metaverse. Der ausufernde und teils bizarre Metaverse-Hype beweist das.

Zuckerberg kann das Metaverse nicht aus dem Nichts erschaffen, aber er kann dafür sorgen, dass sich außerhalb seines Unternehmens allerhand in Bewegung setzt, um dabei zu helfen. Ob der Enthusiasmus für VR und AR gespielt ist oder nicht, wissen wir nicht. Ich denke, Zuckerberg ist in diesem Punkt aufrichtig.

Aber seine Begeisterung allein ist schon eine Botschaft: Sie ist eine Zusicherung, dass Meta willens ist, die Grundlagen für ein VR- und AR-Ökosystem zu schaffen. Ohne diese wäre es schwierig, Entwickler:innen zu gewinnen und damit Apps, die eine Anschaffung der Hardware überhaupt erst lohnenswert machen.

Mit Meta über Meta hinaus

Sony könnte das ebenfalls gelingen, aber wie steht es um Valve, Google oder Apple? Können sie Studios gewinnen, die für die betreffenden Ökosysteme Zeit und Geld aufwenden und Inhalte entwickeln wollen? Valve hat seit 2020 keinen Finger mehr gerührt, Google ist berühmt dafür, Projekte frühzeitig aufzugeben und Apple muss die eigene Produktstrategie erst noch darlegen.

Ich denke nicht, dass Virtual Reality als Mainstream-Technologie etabliert ist und ein gesunder Markt existiert. Dafür braucht es mehr als nur ein Ökosystem und ein Unternehmen, das 90 Prozent des Marktes dominiert, so wie es Meta derzeit tut. Und dabei viel Geld verliert.

Die VR-Industrie benötigt Zuckerbergs Enthusiasmus, zumindest so lange, bis die Branche auf eigenen Beinen steht. Ich hoffe, dass nächstes Jahr endlich wieder Konkurrenz auf dem Markt herrscht.

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