VR für Faule: Diese VR-Brille tragt ihr nur im Bett

VR für Faule: Diese VR-Brille tragt ihr nur im Bett

Ihr findet VR toll, aber seid totale Bewegungsmuffel? Dann könnte euch die VR-Brille HalfDive interessieren, die für horizontale VR-Nutzung optimiert ist.

Das sonderbare Gerät des japanischen Start-ups Diver-X ist von der Anime-Serie Sword Art Online inspiriert, in der sich die Charaktere in Liegeposition einen Helm aufzuziehen, um die Virtual Reality zu betreten.

Da die Schwerkraft im Liegen keine große Rolle spielt und VR-Nutzer:innen sich liegend kaum bewegen, ist das Problem des Tragekomforts leicht gelöst: Die VR-Brille ist Bestandteil einer gut gepolsterten stationären Vorrichtung, in die man den Kopf hineinhält, ohne dass das Gehäuse gegen das Gesicht drückt. Der Abstand lässt sich mechanisch einstellen.

Highend-Feature inklusive

Ein weiterer Vorteil dieser Konstruktion ist, dass es ein ausgeklügeltes Linsensystem zulässt. Schließlich muss man die ganze Vorrichtung nicht am Kopf tragen.

Rund zehn asphärische Linsen sind im Gehäuse verbaut, die ein Sichtfeld von 134 Grad und besonders hohe Bildqualität sowie ein natürliches Fokussieren virtueller Objekte ermöglichen. Ein solches varifokales Display sah man bislang in keiner kommerziellen VR-Brille verwirklicht, da entsprechende Technik recht komplex ist.

Die Auflösung der beiden Bildschirme beträgt 1.600 mal 1.440 Bildpunkte bei 90 Hertz Bildwiederholrate. Die Linsen können für maximalen Sehkomfort auf einen Augenabstand zwischen 58 und 82 Millimeter eingestellt werden. Weil der Kopf in einer fixierten Tragevorrichtung liegt und nicht viel Bewegungsfreiheit hat, spricht das Start-up von „4,5 Freiheitsgraden“.

Ein Rendering der Tragevorrichtung. | Bild: Diver-X

Kickstarter geplant

Für die Audio-Immersion hat das HalfDive vier Lautsprecher verbaut, die den Kopf von allen Seiten beschallen. Bei der Haptik bietet die HalfDive drei Arten von Feedback: zwei Ventilatoren, die Wind simulieren, mehrere Vibrationseinheiten, die Schritte, Kanonenschüsse und Umgebungsgeräusche echter wirken lassen sowie ein „drahtbasiertes Force Feedback“, über das noch keine näheren Informationen vorliegen und das Berührung und Schwertstreiche fühlbar machen soll.

Für virtuelle Fortbewegung werden an den Füßen spezielle Sensoren angebracht. So kann man durch bloßes Neigen der Fußgelenke durch VR-Welten spazieren. Handcontroller sind derzeit noch in Entwicklung.

Diver-X verspricht volle Kompatibilität mit SteamVR-Apps und Unterstützung für SteamVR Tracking 2.0. Eine Kickstarter-Kampagne soll im November beginnen. Das Basismodell wird circa 700 US-Dollar kosten, das volle Set 1.100 US-Dollar und das Luxusmodell mit varifokalem Display 3.900 US-Dollar.

Die Fußsensoren für VR-Fortbewegung | Bild: Diver-X

Barrierefreie VR

Handelsübliche VR-Brillen (Vergleich) sind für die Nutzung im Stehen oder Sitzen ausgelegt und die meisten VR-App lassen sich im Liegen nur eingeschränkt nutzen. Das hängt auch damit zusammen, dass es recht gewöhnungsbedürftig ist, den Horizont in Liegeposition zu sehen – Perspektive, die zu Motion Sickness führen kann.

Nützlich dürfte die HalfDive-Brille insbesondere für Menschen sein, die aufgrund einer körperlichen Behinderung oder neuronaler Schäden nicht in der Lage sind, Virtual Reality im Stehen oder Sitzen zu nutzen. Doch auch ohne spezielle VR-Brille kann man VR-Nutzung zugänglicher gestalten: Mit der auf Barrierefreiheit getrimmten Software WalkinVR lassen sich VR-Apps so anpassen, dass sie im Liegen besser bedienbar sind.

Mehr Information zu HalfDive gibt es auf der offiziellen Internetseite.

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Quelle: Via: VRScout