Vor lauter Arbeit kommt Spot (fast) nicht mehr zum tanzen

Vor lauter Arbeit kommt Spot (fast) nicht mehr zum tanzen

Der Ernst des Lebens hat Boston Dynamics’ Roboterhund Spot eingeholt. Oder doch nicht?

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Die eigentliche Neuigkeit vorab: Boston Dynamics verbessert den vierbeinigen Roboter Spot mit vielen Updates an Hard- und Software. Neu sind unter anderem eine schnellere Akku-Ladezeit, mehr Zubehör für Manöver in komplexeren Arealen und Nvidias Prozessor Jetson Xavier NX mit besserer KI- sowie 5G- und Cloud-Unterstützung.

Kameraüberwachung in Farbe und ein besseres Tablet

Spot bietet jetzt einen farbigen Videostream über die fünf integrierten Kameras, mit denen sich der Roboter in der Umgebung orientiert. Die Kameras extrahieren zusätzlich Tiefeninformationen aus einer Szene für die Rekonstruktion einer Karte, über die sich Spot teilweise autonom durch Umgebungen bewegen kann.

Die Videodaten werden live auf ein verbessertes Samsung-Tablet übertragen, das jetzt einen größeren 20-Zoll-Screen bietet, in einem stabileren Gehäuse steckt und eine längere Akkulaufzeit von bis zu acht Stunden bietet.

Laut Boston Dynamic sollen es Spot-Führer:innen mit dem neuen Tablet und dank der Farbübertragung leichter haben, den Roboter manuell per digitalem Joystick zu manövrieren. Außerdem bietet ihnen der größere Bildschirm mehr Platz für die Planung autonomer Missionen und die Datenanalyse.

An der Konnektivität hat Boston Dynamics ebenfalls geschraubt: Mit CORE I/O bietet Boston Dynamics eine verbesserte Datenübertragung über Nvidia Jetson Xavier NX an. Spot soll so visuelle Inspektionen vor Ort durchführen und Daten kontinuierlich erfassen können.

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„Mit Spot CORE I/O ist die Integration, Implementierung und Inbetriebnahme von kundenspezifischen Sensoren und anderen Payloads auf der Spot-Plattform einfach und unkompliziert“, schreibt Boston Dynamics.

Boston Dynamics nimmt sich selbst aufs Korn

Die Updates und ihren möglichen Praxisnutzen zeigt Boston Dynamics in einem neuen Video – und nimmt sich dabei selbst aufs Korn: Überdurchschnittliche Bekanntheit erlangte der Roboterhund Spot lange Zeit über ausgefallen inszenierte Tanzeinlagen und weniger über seine nützlichen Fähigkeiten. Doch ab jetzt wird gearbeitet. Oder doch nicht?

Boston Dynamics stellt weitere Verbesserungen der Spot-Plattform und des -Ökosystems in Aussicht. Spot würde in vielen Unternehmen für Asset-Management-Strategien und langfristige vorausschauende Wartungsplanung eingesetzt. Als Beispiele nennt die Roboterfirma Nuklearumgebungen, Baustellen und Fertigungsanlagen.

Spot wird seit Sommer 2020 hauptsächlich an Unternehmen und Behörden verkauft, etwa für Patrouillen oder Sicherheitsmanöver. Der Preis startet ab 75.000 US-Dollar, je nach Ausrüstung.

Dem Marktstart gingen rund drei Jahrzehnte Roboterforschung und -entwicklung bei Boston Dynamics voraus. Die Firma gehört seit Ende 2020 zu Hyundai Motor, der Übernahmepreis lag bei 921 Millionen US-Dollar für eine Mehrheitsbeteiligung von 80 Prozent. 20 Prozent gehören weiter dem japanischen Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank.

Quellen: Boston Dynamics