3D

VividQ: Neue 3D-Technik soll Bildschirme in Holo-Displays verwandeln

VividQ: Neue 3D-Technik soll Bildschirme in Holo-Displays verwandeln

Das britische Start-up VividQ hat 15 Millionen US-Dollar für die Entwicklung einer Technologie erhalten, die aus herkömmlichen LC-Bildschirmen Holo-Displays mit 3D-Tiefenwirkung macht.

VividQ wurde 2017 im englischen Cambridge gegründet. Das Start-up entwickelte zunächst eine Mixed-Reality-Brille, arbeitete später mit Arm an holografischen Smartphone-Displays für AR-Brillen und verspricht nun eine Technologie, die LCDs in Lichtfelddisplays verwandelt.

Was das heißt und wie es funktioniert, deutet das Start-up nur an. VividQ spricht von „3D-Bildern mit echter Tiefenschärfe, die Displays natürlicher und immersiver machen“. All das offenbar brillenlos.

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Produktionspartner in den USA, China und Japan werden bei der Herstellung helfen. Die Technologie soll in der Automobilindustrie, AR-Brillen sowie Laptops und Smartphones zum Einsatz kommen.

Große Versprechen

VividQ setzt auf spezielle Algorithmen, die aus einem in 2D dargestellten Objekt ein dreidimensionales holografisches Lichtfeld extrapolieren. Das Licht wird anschließend entsprechend dieser Anweisungen manipuliert und als 3D-Information ins Auge geleitet. Eine Infografik auf der offiziellen Internetseite (siehe Titelbild) deutet an, dass für diesen Vorgang mindestens ein zusätzliches externes Element benötigt wird.

„Das Gehirn und visuelle System sind nicht in der Lage, das Gesehene von etwas Realem zu unterscheiden, weil die Augen die gleichen Informationen wie von der Realität erhalten. Es gibt keine Trickserei im herkömmlichen Sinne“, sagt Gründer und CEO Darran Milne gegenüber Techcrunch über das Holo-Display.

Gescheiterte Versuche

Bei solchen Versprechen ist Vorsicht geboten. Fortschrittliche Lichtfelddisplays werden von der Industrie seit vielen Jahren in Aussicht gestellt. Materialisiert haben sie sich nicht.

Das vielversprechendste und mit mehr als 200 Millionen US-Dollar ausgestattete Lichtfeld-Start-up Lytro ging 2018 Pleite und das von Ex-Lytro-Ingenieuren gegründete Light Field Lab ließ seit 2019 nichts mehr von sich hören. Das Lichtfelddisplay der AR-Brille Magic Leap 1 (Test) enttäuschte ebenso wie das des arg missglückten Smartphone-Experiments Red Hydrogen One.

Jüngst haben Looking Glass, Sony und Ricoh holografische Displays vorgestellt oder angekündigt. Deren Mehrwert gegenüber hochwertigen 2D-Displays ist jedoch umstritten. Im schlimmsten Fall ist der 3D-Effekt ein Gimmick und sieht mit einer VR-Brille wesentlich besser aus.

Das zeigt: „Revolutionäre neue 3D-Displaytechnologien“ haben meist einen Haken oder signifikante technische Kompromisse, die Pressemitteilungen und Marketingabteilungen gern verschweigen. Die Beweislast liegt jetzt bei den Herstellern.

Quelle: Techcrunch, Titelbild: VividQ

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