Aus Sorge vor Manipulation der US-Wahl 2020: TikTok verbannt Deepfakes von der eigenen Video-Plattform.

TikTok macht’s wie YouTube, Twitter und Facebook: Das speziell bei jungen Menschen beliebte soziale Video-Netz verbietet mindestens während des US-Wahlkampfs 2020 durch KI-Technik manipulierte Videos, sogenannte Deepfakes. Bei diesen Videos wird das Gesicht einer Person durch das einer anderen ersetzt. Die Mimik der Originalperson bleibt allerdings erhalten. Auch Stimmfälschungen per Deepfake sind möglich.

Der Deepfake-Gesichtertauscheffekt kann visuell mitunter sehr überzeugend sein, gerade bei schnellen Socia-Media-Videos in geringer Auflösung, und die Produktion der Fake-Videos ist im Vergleich zu herkömmlichen Fälschungsmethoden günstig und schnell. In der extrem dynamischen Video-Flut bei TikTok könnten die Fake-Videos kaum als Fälschung auffallen.

Deepfake-Wahlmanipulation vorbeugen

TikTok will Deepfakes unter anderem mit der Hilfe von Technik-Experten, externen Plattformen und Faktencheckern bekämpfen. In einem Wahlinformationscenter finden TikTok-Nutzer zusätzlich Verweise auf renommierte Quellen. TikTok verbannt auch andere Arten von manipulierten Medien, nimmt Deepfakes aber jetzt explizit in die eigenen Richtlinien auf.

Mit solchen Anti-Deepfake-Richtlinien wollen TikTok und Co. verhindern, dass ihre Plattformen im großen Stil für Fake-Videos missbraucht werden. Die zum Teil befürchtete Deepfake-Schwemme zur US-Wahl 2020 blieb allerdings bislang aus – wahrscheinlich auch deshalb, da Aufwand und Qualität trotz des einfachen Zugangs zur KI-Technik noch nicht im Verhältnis stehen. Deepfakes dienen derzeit eher bei YouTube der Unterhaltung, Disney könnte Deepfake-Technik ins Kino bringen.

Anfang Januar gab Facebook bekannt, schädliche und gefährliche Deepfakes verhindern zu wollen – satirische oder parodistische Deepfakes sind weiter erlaubt. YouTube und Twitter aktualisierten ihr Regelwerk im Februar mit Anti-Deepfake-Paragraphen.

Quelle: TikTok, Via: The Verge; Titelbild: Ctrl Shift Face, Screenshot bei YouTube

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