Steam Deck: Valve Handheld-PC unterstützt auch VR

Steam Deck: Valve Handheld-PC unterstützt auch VR

Mit dem PC-Handeld Steam Deck steigt Valve überraschend ins mobile Gaming ein. Könnte das Gerät auch als mobiler VR-Zuspieler taugen?

Mit der mobilen VR-Brille Oculus Quest 2 (Test) rollt Facebook gerade den Virtual-Reality-Markt auf. Nach jahrelangen Versuchen, teure PC-VR-Brillen für noch teurere PC-Hardware am Markt zu platzieren, riss Facebook-Chef Mark Zuckerberg das Ruder radikal in Richtung mainstreamfreundlicher und günstiger All-in-One-Technologie um: Oculus Quest.

Bislang wird der Facebook-Chef für diesen Strategiewechsel mit den bis dato wohl höchsten VR-Verkaufszahlen belohnt, allerdings wird Quest 2 von Facebook stark quersubventioniert.

Valve Steam Deck: Schneller als Quest 2

Valve investierte bereits mit der VR-Brille Index (Test) und Half-Life: Alyx (Test) große Summen in Virtual Reality. Zuvor leistete das Unternehmen jahrelange Pionierarbeit mit der Entwicklung des externen Trackingsystems Lighthouse und unterstützte HTC unter anderem durch diese Technik bei HTC Vive.

Jetzt hat Valve ein neues Gaming-Experiment am Start: Überraschend kündigt das Unternehmen den Handheld-PC Steam Deck an. Ab rund 420 Euro bekommt man eine tragbare PC-Konsole mit reichlich Rechenleistung auf Augenhöhe mit einem spieletauglichen Laptop. Vorbestellt werden kann Steam Deck ab sofort, ausgeliefert wird das Gerät ab Dezember

Der proprietäre AMD-Chip in Steam Deck hat vier Kerne mit acht Threads bei 2,4 bis 3,5 GHz. Die verbaute Grafikeinheit mit acht RDNA2-CUs (512 Shader) soll mit bis zu 1,6 GHz laufen. Außerdem sind insgesamt 16 Gigabyte Arbeits- und Grafikspeicher verbaut.

Laut Valve erreicht allein die Grafikeinheit in Steam Deck eine Höchstleistung von bis zu 1,6 Teraflops und ist vergleichbar mit einem schnellen Gaming-Laptop, „der die neuesten AAA-Spiele abspielen kann“. Mobiles VR-Gaming mindestens auf Quest 2-Niveau und darüber hinaus sollte technisch also möglich sein. Und das ist es auch, wie ein Valve-Entwickler jetzt bestätigt.

VR mit Steam Deck: Technisch möglich, aber keine Priorität für Valve

Allerdings spricht einiges dagegen, dass Steam Deck der mobile PC für Valve Index und Co. wird. Zum einen ist Valves eigene VR-Brille Index in dem mobilen Szenario nicht sinnvoll eingesetzt, weil sie externe Trackingstationen benötigt. Deren Aufbau macht die Vorteile eines mobilen Systems zunichte.

Bei der Ankündigung von Steam erwähnt Valve VR nicht, stattdessen stehen technisch eher einfache Standard-PC-Spiele im Fokus.

Aber könnte Steam Deck dennoch als mobiler PC-Zuspieler dienen für VR-Brillen mit integriertem Tracking wie eben Quest, vergleichbar mit einem schlanken Gaming-Notebook?

Laut Valve-Entwickler Pierre-Loup Griffais ist genau das prinzipiell möglich, die notwendigen Verbindungen zur VR-Brille seien vorhanden. Griffais sieht aber die Leistungsfähigkeit des PC-Handhelds als mögliche Bremse.

Zwar ist Steam Deck schneller als Quest 2, aber Facebooks autarkes Gerät ist komplett für VR optimiert – inklusive der angebotenen Software.

Steam Deck: Zu langsam für PC-VR-Gaming?

Valves neuer Handheld hingegen muss die anspruchsvollere PC-VR-Software im Steam Store rendern, die nach mehr Leistung verlangt.

„Man bräuchte sehr viel dafür, aber das ist nicht wirklich, wofür wir die Performance optimieren“, sagt Griffais zu IGN. VR-Spieler können Steam Deck testen, aber die Erfahrung würde abhängig von der Anwendung variieren.

Dass VR-Optimierung für Valve keine Priorität hat, wird auch mit den Nutzungszahlen bei SteamVR zusammenhängen: PC-VR wächst sehr langsam – trotz der signifikanten Investitionen von Facebook, Valve und Co. in den letzten Jahren. Mobiles Handheld-PC-VR-Gaming wäre die Nische in der Nische.

Falls sich Steam Deck allerdings am Markt behauptet, bietet das Gerät die technische Grundlage für VR-Unterstützung. Mit Software-Optimierungen, beispielsweise durch Zwischenbildberechnung, und einer ausgewählten Bibliothek an technisch moderaten PC-VR-Apps, könnte Valve noch ein gutes VR-Angebot für Steam Deck schaffen.

Dass es dank Quest 2 ohnehin viel mobiloptimierte VR-Software am Markt gibt, müsste dem Valve Handheld in dieser Hinsicht eigentlich in die Karten spielen.

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