Was soll ein selbstfahrendes Auto bei einem Unfall tun, wenn es nur zwei Möglichkeiten hat: Soll es in eine Menschengruppe oder in einen einzelnen Passanten steuern? Darf der Tod einer Person in Kauf genommen werden, wenn er mehrere Menschenleben rettet? Drei MIT-Forscher haben ein Online-Quiz erstellt, das eine zumindest demokratische Antwort auf diese Frage gibt.

Das Quiz hört auf den Namen The Moral Machine und spielt das Trolley-Problem in allen erdenklichen Varianten durch: Soll man die Frau oder den Mann überfahren? Den Greis oder das Kind? Den dicken oder den dünnen Mann? Den Reichen oder den Obdachlosen?

Das Quiz der MIT-Forscher Jean-François Bonnefon, Azim Shariff und Iyad Rahwan soll Menschen anregen, über Maschinenethik nachzudenken und ihnen eine Stimme geben in einem Diskurs, der von Politikern, Automobilherstellern, KI-Forschern und Philosophen beherrscht wird.

Statistik zeigt Präferenzen

Was unterscheidet die moralische Entscheidungsfindung von Menschen und Maschinen?

“Menschen reagieren auf Basis ihrer Hormone und nicht ihrer Vernunft, jedenfalls dann, wenn sie schnelle Entscheidungen treffen müssen”, sagt Bonnefon in einem Medium-Artikel. “Maschinen haben anders als Menschen den Luxus, dass sie in solchen Situationen erwägen können”, ergänzt Shariff.

Das Quiz ergab eine interessante Statistik: Ihr zufolge ziehen die meisten Quizteilnehmer vor, junge statt alte Menschen zu retten und Frauen statt Männer. Dabei gebe es abhängig vom Land nur kleine Abweichungen.

Verstörend fanden die Forscher, dass die meisten Teilnehmer lieber Obdachlose statt Menschen höheren Status opfern würden. Diese Tendenz korreliere mit der ökonomischen Ungleichheit im betreffenden Land: Je größer die …


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