Wenn 5G den Markt für VR, AR und KI erweitert, soll 6G die Technologien laut Samsungs Forschungsabteilung im großen Stil etablieren.

In einem aktuellen Whitepaper beschreibt Samsungs Forschungsabteilung die Vorzüge eines möglichen 6G-Standards: Die Technik soll Download-Geschwindigkeiten von 1.000 Gigabit pro Sekunde erreichen bei einer Latenz von unter 100 Mikrosekunden.

Auf diesem Datenweg könnten mobile Abspielgeräte fast vollständig von der Notwendigkeit lokaler Rechenleistung befreit werden. Das wiederum könnte zu neuen Anwendungsszenarien führen, von denen Samsungs Forscher einige aufführen. Ab 2028 soll es losgehen.

Vergleichsgrafik 5G vs. 6G

6G soll 5G in allen Belangen übertrumpfen – automatische KI-Pflege spielt bei der technischen Umsetzung eine wichtige Rolle laut Samsung. | Bild: Samsung

6G-Grundlage: KI als Netzwerk-Heiler

Aufbau und Pflege mobiler Netze sind für Mobilfunkunternehmen schon heute ein teures Unterfangen. Künstliche Intelligenz könne für 6G die Investitions- und Betriebskosten deutlich senken, indem sie zum Beispiel den Energieverbrauch reduziert oder Netzwerkstörungen vorhersagt und automatisch den Reparaturprozess einleitet.

Wichtig sei es, dass bei der Konstruktion des 6G-Netzes KI von Anfang an berücksichtigt wird: “Eine ungeheure Menge von Daten im Zusammenhang mit Hunderten von Milliarden angeschlossener Maschinen und Menschen müssen gesammelt und in 6G-Systemen genutzt werden.”

“Wahrhaftig immersive XR”

Die Erwartungslücke zwischen dem Versprechen von XR-Technologie, nämlich im Sci-Fi-Stil 3D-Inhalte und -Interfaces in den Raum zu projizieren bei einem bequemen und kompakten Formfaktor, und die Hardware-Limits wie Prozessor- und Batterieleistung aktueller Mobiltechnologie könnten die Verbreitung von XR massiv einschränken, schreiben Samsungs Forscher.

Laut Samsung bietet selbst der kommende 5G-Standard nicht ausreichend Geschwindigkeit für “wahrhaftig immersive XR”: Hochwertige AR-Projektionen mit 16 Millionen Pixeln benötigten mindestens 0,44 Gigabit pro Sekunde, VR-Streaming mit einer 16K-Auflösung und einer Kompressionsrate von 1/400 circa 0,9 Gigabit pro Sekunde.

Alle Probleme lösen soll 6G durch Highspeed-Internet und der zuvor beschriebenen Übertragung lokaler Rechenleistung in die viel leistungsfähigere Cloud.

VR und AR sollen mit 6G das Sci-Fi-Versprechen einlösen. Zusätzlich könnte es 3D-Hologramm-Telefonie und umfassende digitale Zwillinge geben. glauben Samsungs Forscher. | Bild: Samsung

VR und AR sollen mit 6G ihr Sci-Fi-Versprechen einlösen. Zusätzlich könnte es 3D-Hologramm-Telefonie und umfassende digitale Zwillinge geben, glauben Samsungs Forscher. | Bild: Samsung

Mit fast unbegrenzter Rechenleistung zum Hologramm-Telefon

Durch das schnelle Cloud-Rendering sollen laut Samsung im 6G-Zeitalter 3D-Hologramme an mobile Endgeräte gestreamt werden können. Die Forscher definieren Hologramm als Medien-Technologie, die Gesten und Mimik eines Menschen in 3D auf einem holographischen Display anzeigen kann.

Diese 3D-Menschen in hoher Auflösung und in Echtzeit zu streamen, benötige die hundertfache Geschwindigkeit von 5G – mindestens 0,58 Terabit pro Sekunde seien notwendig bei einer holographischen Auflösung von rund 11 Gigapixel auf einem mobilen Endgerät mit 6,7-Zoll-Bildschirm.

Die Übertragung von Menschen in Lebensgröße benötige mehrere Terabit pro Sekunde. 5G stoße schon bei 20 Gigabit pro Sekunde an die Leistungsgrenze.

6G und KI klonen die Realität

Als drittes 6G-Anwendungsszenario beschreiben Samsungs Forscher interaktive digitale Zwillinge von Umgebungen, Objekten und Menschen, die mit KI automatisch gerendert und per 6G in eine VR-Welt oder auf ein holographisches Display übertragen werden.

Aktionen in der virtuellen Umgebung könnten auf die Realität übertragen werden, indem beispielsweise die eigenen Aktionen am digitalen Zwilling mit jenen eines Roboters synchronisiert sind. KI soll überwachen, dass der digitale Zwilling stets auf dem aktuellen Stand ist und Veränderungen automatisch umsetzen.

Die technischen Herausforderungen dieses Unterfangens beschreibt Samsung als “signifikant”. Allein ein Quadratmeter Digitalklon benötige circa einen Terapixel, der wiederum mit 0,8 Terabit pro Sekunde übertragen werden müsse bei einer Kompressionsrate von 1/300 und einer Synchronisierungszeit von 100 Millisekunden.

Quelle: Samsung

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