Update: 5. Januar 2020

Ein geleaktes Video zeigt Samsungs Neon-Technologie im Einsatz. Ein Reddit-Nutzer stöberte es im Quellcode der Neon-Webseite auf.

Viele Fragen bleiben allerdings offen: Zuvorderst, ob es sich bei den Figuren im Video tatsächlich um rein durch Computertechnologie erstellte und animierte Personen handelt oder um Motion-Capture-Rekonstruktionen. Außerdem wird aus dem Video nicht klar, welches Produkt Neon sein könnte.

Die Echtheit des Videos bestätigt Neon-Projektleiter Paranav Mistry bei Twitter. Dort zeigt er einen Screenshot einer Neon-Frau mit dem Vermerk, dass die Neon-Software “Core R3” jetzt bereit sei für die Demonstration. Sie könne nun automatisch neue Gesichtsausdrücke und Bewegungen sowie Dialoge über bereits existierendes Material legen.

Mistrys Verweis auf ein automatisiertes Animationssystem erhärtet meinen Verdacht, dass Samsung bei Neon eine selbstentwickelte KI-Technik zum Einsatz bringen könnte, die aus existierenden Fotos animierte, sprechende Avatare macht. Nutzer könnten sich so eigene digitale Persönlichkeiten kreieren. Nur für was genau? Samsung wird es in ein paar Stunden auf der CES 2020 verraten.

Ursprünglicher Artikel vom 2. Januar 2020:

KI-Projekt Neon: Bastelt Samsung an der Blade-Runner-Frau?

Mit Neon will Samsung ein völlig neues KI-Projekt vorstellen. Es soll kein Bixby-Ersatz werden und könnte mit Augmented Reality zu tun haben.

Seit Mitte Dezember teasert Samsung in Social Media das neue Projekt Neon an, die Koreaner beschreiben es als “KI-Wesen”, das die Grenze zwischen Realität und computergenerierter Welt verwischen und als “bester Freund” fungieren soll. Es wird angeblich seit mehreren Jahren von Samsungs Sci-Fi-Forschungsabteilung STAR Labs entwickelt.

Spekulationen, dass es sich bei Neon um eine neue KI-Assistenz handelt, die das chancenlose Bixby-System im Kampf gegen den Google Assistant oder Apples Siri ablöst, schiebt Samsung jetzt bei Twitter einen Riegel vor. Bei Neon gehe es um “künstliche Menschen”, nicht um Bixby oder irgendeine andere schon bekannte Technologie.

Konkreter macht es Samsungs Projektteam leider noch nicht. Einige neu entdeckte Markenpatente zu NEON, NEON Artificial Human, NEON.Life und Core R3 weisen zumindest auf das Spektrum hin, in dem sich die neue Technologie bewegen wird:

Die Patente tragen Kategorien wie “computergenerierte Charaktere”, “Augmented Reality” und “Design und Entwicklung von Software für virtuelle Charaktere”. Das klingt nach einem KI-Wesen, das sowohl in einer Computerwelt gehalten als auch per AR in den eigenen Raum projiziert werden kann.

Samsung Joi?

Augmented Reality? Künstliche Menschen? Da war doch was.

Ganz richtig: Der AR-Brillenhersteller Magic Leap stellte vor rund einem Jahr die digitale Frau Mica vor, die durch eine AR-Brille betrachtet ähnlich einer realen Person im Raum erscheinen und mit dem Brillenträger interagieren soll. Eine entsprechende Demo zeigte Magic Leap in den vergangenen Monaten auf diversen Fachkonferenzen.

Immerhin wäre so ein Digitalwesen ein guter App-Anlass, um ein erstes AR-Gerät vorzustellen. Dass Samsung an einer prototypischen AR-Brille arbeitet, zeigt ein aktuelles Design-Patent. Und Samsung-Manager Farshid Fallah versprach zuletzt im Juni 2019 neue Produkte für AR und VR.

Am 7. Januar will Samsung Neon auf der CES 2020 enthüllen. Bis dahin könnt ihr euch ja die Zeit mit einer Zukunftsvision aus Blade Runner 2049 vertreiben, wie sie Samsung vielleicht vor Augen, aber sicher noch nicht ausentwickelt hat: Die digitale Gefährtin Joi wird im Film mit einem AR-Beamer in den Raum projiziert.

Weiterlesen über Samsung XR:

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