Prompt-Marktplatz verkauft KI-Befehle für DALL-E 2 und GPT-3

Prompt-Marktplatz verkauft KI-Befehle für DALL-E 2 und GPT-3

Künstliche Intelligenz löst die Kopplung zwischen Kreativität und handwerklichem Geschick. Ein neuer Prompt-Marktplatz hilft bei der Steuerung der Systeme.

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Fortschrittliche generative KI-Systeme für Text und Bild können zum Teil die Arbeit menschlicher Profis übernehmen. Sie schreiben elegant formulierte Texte in vielen Sprachen oder erschaffen hochwertige Grafiken und Illustrationen – vorausgesetzt, man erteilt ihnen die richtigen Befehle, sogenannte „Prompts“.

Diese Befehlserstellung, das sogenannte Prompt Engineering, entwickelt sich zu einer eigenen Kunstform, wie mein Kollege Maximilian Schreiner kürzlich in seinem Prompt-Guide für DALL-E 2 feststellte.

Prompt-Ideen online einkaufen

Häufig braucht es einige Versuche, bis man den optimalen Prompt für das gewünschte Motiv oder einen Text gefunden hat. Hinzu kommt, dass das kreative Potenzial der KI-Generatoren riesig ist – man müsste schon sehr viel Geld ausgeben, um überhaupt herauszufinden, was alles möglich ist.

Der neue Online-Marktplatz „Promptbase“ sieht hier ein Geschäftsmodell: Er bietet vorgefertigte Prompts für OpenAIs DALL-E 2 und GPT-3 an, mit denen man das System in die gewünschte Richtung lenken kann.

Ein Screenshot der Webseite Promptbase

Promptbase bietet erprobte KI-Befehle für ausgewählte Motive an. | Bild: Promptbase / Screenshot MIXED

Die Befehle werden von Nutzern und Nutzerinnen eingestellt, Preise liegen derzeit zwischen 1,99 und 5 US-Dollar. Promptbase nimmt sich pro verkauftem Befehl einen Anteil von 20 Prozent. Das Start-up bietet zudem einen Beratungsservice für Prompts an.

„Wenn du gut im Prompt-Engineering bist, gibt es keine klare Möglichkeit, mit deinen Fähigkeiten Geld zu verdienen. Promptbase ist ein Marktplatz für den Kauf und Verkauf hochwertiger Prompts, die die besten Ergebnisse liefern und dir Geld für API-Kosten sparen“, heißt es auf der Webseite.

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Computerbefehle als Handelsware

Das Angebot von Promptbase dient als Inspiration und kann zudem aus wirtschaftlicher Perspektive Sinn ergeben: Bei OpenAI etwa zahlt man für einen DALL-E-Befehl rund 13 Cent.

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Komme ich mit einer gekauften Prompt-Idee für zwei US-Dollar schneller zu meinem Wunschresultat, sind meine Gesamtkosten womöglich geringer, auch wenn ich für den Prompt selbst bezahlt habe. Hinzu kommt die Zeitersparnis und natürlich der Wert der Idee an sich.

Das Team von Promptbase erwartet neben GPT-3 und DALL-E 2 viele weitere Anbieter ähnlicher KI-Software – und damit weiteres Wachstum für die eigene Plattform.

Eine Herausforderung für Promptbase ist die Kontrolle der eingestellten Prompts, die mit zunehmendem Wachstum immer schwieriger wird. Denn wenn Prompts gegen die Inhaltsrichtlinien von KI-Anbietern wie OpenAI verstoßen, funktioniert der Befehl nicht, hat womöglich sogar eine Verwarnung oder Sperre zur Folge. Derzeit kontrolliert das Start-up sämtliche Befehle manuell.

Ein weiteres Geschäftsrisiko: Gekaufte Prompts können online geteilt werden, ohne dass Promptbase nach aktuellem Stand dagegen vorgehen könnte. Ohnehin teilen Prompt-Kreative ihre Ideen bereits kostenlos in Online-Communitys, die mehr Wachstumspotenzial haben dürften als ein bezahlter Marktplatz.

Aber womöglich wird der Gesamtmarkt für kreative Maschinenbefehle groß genug, dass ein Anbieter für ausgewählte Premium-Prompts dennoch eine Daseinsberechtigung hat.

Quellen: Promptbase, Techcrunch