Playstation VR 2: Sony sucht sich offenbar Hilfe beim Eye-Tracking

Playstation VR 2: Sony sucht sich offenbar Hilfe beim Eye-Tracking

Ist der Start der PlayStation VR 2 doch nicht so nah wie erhofft? Eine Pressemitteilung des Eye-Tracking-Herstellers Tobii deutet darauf hin.

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Erst kürzlich startete Sony die offizielle Website für die PlayStation VR 2, auf der sich PSN-Mitglieder bereits für einen Vorbestell-Newsletter eintragen können. Ein Zeichen also für einen nicht allzu fernen Marktstart? Eine Pressemitteilung des Eye-Tracking-Spezialisten Tobii sorgt für Zweifel, dass Sonys VR-Brille für die PlayStation 5 zügig erscheinen könnte.

Playstation VR 2: Kommt das Eye-Tracking von Tobii?

Im knappen Text gibt Tobii bekannt, dass sich der Hersteller in Verhandlungen mit Sony befindet: „Tobii AB, global führend bei Eye-Tracking und Pionier des ‚Attention Computing‘, befindet sich derzeit in Verhandlungen mit Sony Interactive Entertainment („SIE“), [um] der Eye-Tracking-Lieferant für SIEs neuem VR-Headset, PlayStation VR 2 (PSVR 2) zu werden.“

Tobii werde die „finanzielle Auswirkung“ nicht kommentieren, da es sich in laufenden Verhandlungen befinde. Seitens Sony gab es bislang keinen Kommentar und auch Tobii wollte die Ankündigung auf Anfrage nicht weiter erörtern.

Weitere Details verrät das Unternehmen nicht – und lässt so viel Spielraum für Spekulationen: Sucht sich Sony etwa nachträglich Hilfe, weil die eigene Augenerfassung noch nicht ganz ausgereift ist?

Der VR-Analyst Brad Lynch zumindest äußert eine ähnliche Vermutung auf Twitter: „Wenn ich raten müsste: Sony wollte die eigenen Algorithmen für ihre Infrarotkamera-basierte Augenerfassung nutzen, erzielte aber nicht die erhoffte Verlässlichkeit. Also fragen sie Tobii um Hilfe.“ Das Hardware-Design hingegen sei bereits final, so Lynch, der auf ein spätere Aktivierung des Eye-Trackings per Firmware-Update spekuliert.

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Tobii setzt bei Eye-Tracking auf Datenschutz

In einem anderen Bereich könnte die Verschwiegenheit des schwedischen Unternehmens positiv sein: 2018 erklärte Tobii, dass beim Eye-Tracking erhobene Daten nicht gespeichert werden und das Gerät nicht verlassen dürfen.

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Entwickler:innen können zwar die Bewegungsdaten der Pupille für ihre App verwerten, aber auf die Aufnahmen selbst haben sie zu keinem Zeitpunkt Zugriff. Zu VR-Brillen mit integriertem Eye-Tracking von Tobii zählen die HTC Vive Pro Eye sowie die HP Reverb G2 Omnicept Edition.

Datenschutz ist beim Eye-Tracking besonders sensibel, da die Kameras feinste Augenbewegungen erfassen, die auf viele unterschiedliche Arten ausgewertet werden können. Die Psychologen Michael Madary und Thomas K. Metzinger von der Gutenberg Universität in Mainz prägten in diesem Kontext schon vor Jahren den Begriff des „Neuromarketing“.

Eye-Tracking in VR-Brillen bietet viele Vorteile

Die Vorteile von Eye-Tracking bewirbt Sony bereits auf der offiziellen Website der PlayStation VR2. Durch „Dynamic Foveated Rendering“ wird der Grafikchip in Virtual Reality erheblich entlastet: Nur in Blickrichtung wird pro Auge jeweils ein Bildabschnitt mit allen Details gerendert. Sony nutzt zwar den Marketing-Begriff „Advanced Foveated Rendering“, beschreibt aber exakt diesen Effekt unterschiedlich hoch aufgelöster Bereiche.

Auf der Siggraph Computergrafikkonferenz gaben Nvidia und Tobii bereits 2019 einen Vorgeschmack auf das Potenzial von „Foveated Rendering“. Mit sogenanntem „Variable Rate Shading“ konnten die Unternehmen den durchschnittlichen Leistungsbedarf einer GeForce RTX 2070 um 57 Prozent reduzieren. Der Test wurde mit einer Vive Pro Eye und einem Tobii-System durchgeführt. Eine Foveated-Rendering-Demo aus 2020 mit der HP Reverb Omnicept VR-Brille erzielte eine durchschnittlich 39 Prozent höhere Bildwiederholrate.

Weitere Vorteile von Eye-Tracking sind etwa die Möglichkeit, dass Avatare bei einem virtuellen Gespräch Blickkontakt aufnehmen oder dass man Interaktionen durch Blicke auslöst. Ein Nicht-Spieler-Charakter könnte etwa darauf reagieren, ob man ihn ansieht oder bestimmte Gegenstände in seiner Nähe bewegt. Spieler:innen könnten auch Menüs mit Blicken steuern.

Weiterlesen über PlayStation VR2:

Quellen: Tobii, Twitter-Auftritt Brad Lynch, offizielle PSVR 2-Website,

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