KI: OpenAI-Mitgründer hält GPT-3 für overhyped

KI: OpenAI-Mitgründer hält GPT-3 für overhyped

OpenAIs Text-KI GPT-3 erstaunt, weil sie Dinge kann, die nicht erwartet wurden. Manch einer wähnt GPT-3 schon vorschnell als Schritt zu generellen KI. Doch OpenAI-Mitgründer Sam Altman drückt auf die Hype-Bremse.

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Als Chef von OpenAI LP ist Altman verantwortlich für die kommerzielle Verwertung von OpenAIs Non-Profit-Forschung. In seiner Rolle begleitete er auch den Launch von OpenAIs erstem kommerziellen Produkt, das im Mai auf den Markt kam: Die Online-Schnittstelle zur mit massiven Mengen Internet-Text trainierten Text-KI GPT-3.

In den letzten Tagen zeigten Entwickler ihre GPT-3-Experimente, die zum einen deutlich über dem Niveau der Textausgabe des kostenlosen Vorgängermodells GPT-2 liegen. Zum anderen teilten sie mitunter erstaunliche Beobachtungen, beispielsweise, dass GPT-3 auf Zuruf Code generieren kann.

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Die KI lernte auch, einfache Matheaufgaben zu lösen, obwohl sie dafür nicht explizit trainiert wurde – das Wissen war irgendwo im Internettext verborgen.

Solche Nebeneffekte machen GPT-3 spannend und lassen die KI wie eine große Entdeckung wirken. Wer weiß, was sich in den Tiefen des neuronalen Netzes sonst noch an unbekannten Fähigkeiten verbirgt?

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Altman glaubt an die Super-KI – aber GPT-3 ist weit davon entfernt

Als der Multimillionär und Startup-Investor Sam Altman gemeinsam mit Elon Musk OpenAI auf den Weg brachte, tat er das – wie Musk – aus einer grundlegenden Überzeugung heraus: dass die künstliche die menschliche Intelligenz abhängen und so überflüssig machen könnte.

Damit es keinen Krieg gibt zwischen Menschen und Maschinen, müsse sich die Menschheit upgraden oder wenigstens die Super-KI kontrollieren und für das Gute einsetzen. Genau diesen Part soll Open AI übernehmen: Die Organisation arbeitet an vielen kleinen KI-Projekten, die nach und nach zu einem großen KI-Geflecht zusammengeführt werden sollen – zum Wohle der Menschheit.

Anstatt jedoch den Hype rund um GPT-3 noch zu verstärken, tritt Altman bei Twitter lieber auf die Bremse: „Der Hype um GPT-3 ist völlig übertrieben“, schreibt Altman.

Die KI-Software sei zwar beeindruckend, habe aber noch immer signifikante Schwächen und mache absurde Fehler. „KI wird die Welt ändern, aber GPT-3 ist nur ein sehr früher Ausblick. Wir müssen noch viel herausfinden.“

Kreativität sorgt für Resonanz

Altman hat eine Theorie, weshalb GPT-3 auf so große Resonanz stößt: Weil sie auf Englisch funktioniert, also für viele Menschen zugänglich ist, und weil sie Kreativität belohnt. „Für Nicht-Programmierer ist das so, als würden sie das erste Mal die Magie des Programmierens erleben.“

Persönlich hofft Altman auf einen KI-Durchbruch, der mit Zahlen zu tun hat: „Für mich wird es ein großer Moment sein, wenn eine KI eine neue mathematische Theorie beweisen kann.“ Diesen Erfolg hängt Altman noch höher als das mögliche Bestehen des bekannten Turing-Tests.

Wie GPT-3 funktioniert und wo die Grenzen des Systems liegen, ist Thema in unserem MIXED.de Podcast #205.

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