OpenAI: Mitgründer glaubt, dass KI uns alle reich macht

OpenAI: Mitgründer glaubt, dass KI uns alle reich macht

Der OpenAI-Mitgründer Sam Altman glaubt, dass Künstliche Intelligenz eines Tages sämtliche menschliche Arbeit verrichtet – und die Gesellschaft dennoch reich macht.

13.500 US-Dollar – so viel könnte die US-Regierung an jeden der 250 Millionen erwachsenen US-Bürger jährlich auszahlen, wenn Künstliche Intelligenz in rund zehn Jahren neuen Wohlstand in die Fläche bringt. Das jedenfalls glaubt Sam Altman, der steinreiche Investor (u.a. Airbnb, Dropbox, Stripe) und Mitgründer des KI-Unternehmens OpenAI.

„Meine Arbeit bei OpenAI erinnert mich jeden Tag an das Ausmaß des sozioökonomischen Wandels, der schneller kommen wird, als die meisten Menschen glauben“, schreibt Altman in einem Online-Dossier. „Software, die denken und lernen kann, wird mehr und mehr von der Arbeit übernehmen, die jetzt Menschen tun.“

OpenAI steckt hinter großen KI-Durchbrüchen der jüngeren Geschichte wie der mächtigen Text-KI GPT-3 oder der Bild-KI DALL-E, die Text- und Bildverständnis miteinander verknüpft.

Der nächste große Wirtschaftsumbruch

Künstliche Intelligenz ist für Altman die nächste wirtschaftliche Revolution, die in einer Größenordnung wie die Erfindung der Landwirtschaft, industrieller Maschinen oder des Computers spielt.

Mehr sogar: „Der technologische Fortschritt, den wir in den nächsten 100 Jahren machen, wird weitaus größer sein als alles, was wir gemacht haben, seit wir das Feuer kontrolliert und das Rad erfunden haben“, schreibt Altman.

Computerprogramme könnten schon in den nächsten fünf Jahren medizinische Ratschläge geben oder juristische Dokumente studieren und bewerten. In der nächsten Dekade soll KI alle Fließbänder übernehmen und vielleicht sogar zum Alltagsbegleiter werden.

„Und in den Jahrzehnten danach wird KI fast alles tun, einschließlich neuer wissenschaftlicher Entdeckungen, die unser Konzept von ‚allem‘ erweitern werden“, schreibt Altman.

„Kapitalismus für jedermann“

Diese Revolution maschineller Intelligenz führe zu einem „phänomenalen Reichtum“, da der Preis für manuelle Arbeit bei flächendeckendem KI-Einsatz gegen null tendiere. Ein Großteil des Geldes stecke dann in Unternehmen und im Landbesitz.

Diese Entwicklung benötige einen ebenso drastischen Umschwung in der Politik, die den neu entstehenden Reichtum „gerecht verteilen“ und dafür sorgen müsse, dass Menschen so leben können, wie sie es sich wünschen. Die Regierung müsse das Kapital statt der Arbeit besteuern und die Mehreinnahmen an die Bürger verteilen.

Die Kosten für grundlegende Güter könnten durch KI radikal reduziert werden. „Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jahrzehntelang alles – Wohnen, Bildung, Lebensmittel, Kleidung usw. – alle zwei Jahre nur noch die Hälfte kosten würde“, schreibt Altman.

Da KI die meisten grundlegenden Güter und Dienstleistungen der Welt produziere, hätten die Menschen frei, „um mehr Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ihnen wichtig sind, sich um Menschen zu kümmern, Kunst und Natur zu schätzen oder sich für das Gemeinwohl einzusetzen“, schreibt Altman.

Eine „fast unvorstellbar tolle Zukunft“

Gelinge diese Umverteilung, könne der Lebensstandard auf ein bislang nie dagewesenes Niveau gehoben werden. Die Gesellschaft der Zukunft könne „weniger gespalten“ sein und „jeder kann an ihren Gewinnen teilhaben“, glaubt Altman.

Konkret schlägt Altman einen „American Equity Fund“ vor, der „ausreichend große Unternehmen“ mit 2,5 Prozent ihres Marktwertes in Form von Aktien und weitere 2,5 Prozent des Wertes aller Grundstücke in Geld besteuert. Private Unternehmen mit einem Jahresumsatz jenseits einer Milliarde US-Dollar würden ähnlich besteuert, indem sie Abgaben bis zum Börsengang aufsparen oder vorab in bar zahlen.

„Wir müssten das System so gestalten, dass es verhindert, dass sich die Leute immer wieder selbst mehr Geld zugestehen“, schreibt Altman. Im gleichen Moment dürften zu hohe Steuern das Wachstum nicht abwürgen. Die Steuer müsse beispielsweise „viel kleiner“ sein als die durchschnittliche Wachstumsrate des Unternehmens.

„Die kommenden Veränderungen sind unaufhaltsam. Wenn wir sie annehmen und für sie planen, können wir sie nutzen, um eine viel gerechtere, glücklichere und wohlhabendere Gesellschaft zu schaffen. Die Zukunft kann fast unvorstellbar großartig sein“, schreibt Altman.

Quelle: Sam Altman; Titelbild: Techcrunch bei Flickr, lizenziert nach CC BY 2.0

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