OpenAI: Mächtige Text-KI GPT-3 geht in den Verkauf

OpenAI: Mächtige Text-KI GPT-3 geht in den Verkauf

OpenAIs bislang mächtigste Text-KI GPT-3 geht in den Verkauf. Damit bricht das Unternehmen erstmals mit der eigenen Open-Source-Politik.

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Als OpenAI im Februar 2019 die Sprach-KI GPT-2 ankündigte, geschah das mit maximalem Tamtam: Das KI-System sei zu gefährlich für eine unbeschränkte Open-Source-Veröffentlichung, hieß es. Es drohe Missbrauch durch böse Geister, die beispielsweise das Internet mit massenhaft glaubwürdigen Fake-News-Texten fluten könnten.

Wir spulen anderthalb Jahre vor in den Juni 2020: OpenAIs vermeintlich gefährliche Text-KI GPT-2 ist frei verfügbar am Markt. Die befürchteten negativen Konsequenzen, soweit nachvollziehbar, blieben aus.

GPT-2: Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht

Die Sprach-KI wird eher für experimentelle Zwecke eingesetzt, beispielsweise für Kunst, Games oder als nützliche Programmierhilfe. Hinzu kommt, dass GPT-2 seit der stufenweisen Veröffentlichung bereits mehrfach technisch von anderen Systemen übertroffen wurde wie Microsofts Turing oder Nvidias Megatron.

Doch im Mai 2020 holte sich OpenAI die Sprach-KI-Krone mit GPT-3 wieder zurück: Die neue Version ist hundertmal größer als GPT-2 und etwa zehnmal größer als Microsofts Turing-NLG.

Der größere Umfang des KI-Modells soll sich unmittelbar auf die Qualität der generierten Texte niederschlagen. Erste Tests zeigen, dass sich Menschen bis zu einer Textlänge von 500 Wörtern schwer damit tun, die KI-generierten Texte als solche zu erkennen.

GPT-3 wird verkauft statt verschenkt

Jetzt bietet OpenAI, einst als Non-Profit-Organisation gestartet, mit einem GPT-3-basierten Text-Service in der Cloud erstmals ein kommerzielles Produkt an: Gibt man der Künstlichen Intelligenz ein Textbeispiel als Input, erweitert sie dieses inhaltlich passend.

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Unternehmen können die Schnittstelle so beispielsweise für bessere KI-Chats im Kundenservice anzapfen oder um komplexe, ausführliche Texte einfach verständlich zusammenzufassen.

Mit verhältnismäßig kleinen Datensätzen kann GPT-3 außerdem auf bestimmte Aufgaben und Themen feintrainiert werden – dieses sogenannte Few-Shot-Learning (Erklärung) ist neben dem größeren Umfang des KI-Modells der eigentliche Durchbruch bei GPT-3. Es macht die Sprach-KI flexibler und präziser.

OpenAI will Missbrauch verhindern

Da die potenziellen Einsatzgebiete von GPT-3 sowie die Auswirkungen laut OpenAI nicht antizipierbar sind, ist die Software zunächst nur in einer privaten Beta verfügbar, die auf wenige Unternehmen begrenzt ist.

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Dieser zunächst enge Rahmen soll auch dabei helfen, zu verstehen, wie die Einführung künftiger KI-Systeme in die echte Welt bewerkstelligt werden kann. Interessierte können sich hier auf eine Warteliste setzen lassen.

Zu OpenAIs ersten Kunden gehört die Lern-Webseite Quizlet, die mit der Sprach-KI Beispiele generiert, wie Vokabeln in Sätzen verwendet werden können. Reddit soll sich damit beschäftigen, wie GPT-3 bei der Moderation des riesigen Internetforums helfen kann.

Die juristische Forschungsplattform Casetext will die eigene semantische Suche verbessern, die Chat-Plattform MessageBird möchte mit GPT-3 automatische Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen anbieten sowie eine bessere Textvorhersage. Weitere Demos und Beispiele gibt es auf der Beta-Webseite des neuen Service.

Die KI-Entwicklung schreite schnell voran, schreibt OpenAI, Nutzer der Cloud-Plattform könnten mit kontinuierlichen Verbesserungen rechnen. Ein Missbrauch der Schnittstelle beispielsweise für Hassrede, Spam, Fake News oder versteckte Werbung soll kontrolliert und blockiert werden.

Quelle: OpenAI

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