Eine Reporterin des US-Magazins Technology Review durfte hinter die Kulissen des KI-Unternehmens OpenAI blicken. Dabei erfährt sie von einem geheimen Projekt, das eines Tages zu einer künstlichen Super-Intelligenz führen soll.

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Diese Super-KI – auch allgemeine oder generelle Künstliche Intelligenz (Erklärung) genannt – ist für viele KI-Forscher das große Finale: Sie soll den Menschen in allen Belangen überlegen sein, sich eigenständig fortentwickeln und, sofern richtig programmiert, alle unsere Probleme lösen. Krankheit, Hunger, Armut – die Maschine wird’s schon rechnen. KI-Warner befürchten indes, dass die Super-KI das Ende der Menschheit bedeuten könnte.

Eines der Unternehmen, die diese Super-KI gerne erzeugen möchten, ist OpenAI: Die früher reine Non-Profit-Organisation, die mittlerweile auch wirtschaftlich tätig und mit Microsoft im Bunde ist, hat sich das Ziel gesetzt, Künstliche Intelligenz zum Wohle der Menschheit zu entwickeln. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die US-Organisation unter anderem die mächtige Text-KI GPT-2.

Open AIs Pfad zur Super-KI: Aus vielen Teilstücken ein großes Ganzes formen

Die MIT-Reporterin Karen Hao konnte drei Tage lang Interviews in den Büros von OpenAI führen und kam mit Quellen im Umfeld der Organisation in Kontakt.

Bei ihren Recherchen erfuhr sie mehr zu OpenAIs Super-KI-Strategie: Das nächste Projekt sei eines “der größten Geheimnisse” der Organisation. Bei der internen Vorstellung seien Praktikanten ausgeschlossen worden, da OpenAIs Führungsetage davon ausgehe, dass es der bislang vielversprechendste Pfad zur Super-KI sei.

Haos Quellen beschreiben ein KI-System, das mit Bildern, Texten, weiteren Daten und “massiver Computerleistung” trainiert würde. Ein kleines Team habe den Kern des Systems entwickelt. Andere Teams sollen jetzt nach und nach ihr Know-how beisteuern und die KI so wachsen lassen. Das geheime Projekt soll die Zusammenführung von vier Jahren Forschung sein.

Einblick in OpenAIs Organisaton: Entwicklung und Strategie

Open AIs Unternehmensstratege Dario Amodei erklärt den Aufbau der Organisation, der auf dieses Vorgehen einzahlt: Ein Teil von OpenAI besteht aus vielen Teams, die sich mit unterschiedlichen Aspekten und Theorien der KI-Forschung befassen, beispielsweise der Textgenerierung oder der Verkörperung einer KI in einem Roboter.

Das Ziel sei es, dass die Anzahl der Teams über die Zeit schrumpft, da sich zwischen ihnen Synergien bilden. Am Ende dieser Entwicklung stünde dann der gemeinsame Pfad hin zur Super-KI. OpenAIs geheimes Projekt soll diesen Prozess bereits gestartet haben.

Mit nur einer Hand: OpenAI-Roboter löst den Zauberwürfel

Ein Projekt von OpenAI ist die Roboterhand Dactyl, die mittels KI-Steuerung einen Zauberwürfel lösen kann. Ausgangsbasis für die Dactyl-KI war die KI-Software “Five”, die lernte, im komplexen Strategie-Computerspiel “Dota 2” Teams aus fünf Charakteren in Schlachten zu führen – und menschliche Profispieler zu besiegen. Auch die fünf Finger einer Hand können als Team gesehen werden. Mit solchen Synergien will OpenAI Schritt für Schritt zur Super-KI kommen. Bild: OpenAI

Der zweite Teil von OpenAIs Organisation befasse sich mit der Sicherheit der KI-Entwicklung. Die Software soll menschliche Werte berücksichtigen, die eigene Logik erklären und lernen, ohne Menschen zu schaden. Die Mitglieder dieser Sicherheitsteams fungieren als Springer, die verschiedenen Entwicklungsprojekten zugewiesen werden können.

“Irgendwann werden wir eine generelle Künstliche Intelligenz entwickeln”, sagt Amodei. “Dann will ich ein gutes Gefühl haben, wenn diese Systeme sich in der echten Welt bewegen.”

Quelle: MIT Technology Review; Titelbild: OpenAI

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