OpenAI: Codex-KI verwandelt Sprache in Code

OpenAI: Codex-KI verwandelt Sprache in Code

OpenAI erweitert die Programmier-KI Codex um die Fähigkeit, gesprochene Sprache in Code zu verwandeln. Das soll Amateuren und Profis die Entwicklung erleichtern.

OpenAIs aktuelles Codex-Update deutet in weiter Ferne eine Revolution der Software-Entwicklung an: Eine KI kann natürliche, also einfach gesprochene Sprache in Programmiercode und damit in Software umwandeln. So könnten selbst komplette Code-Laien komplexe Computer-Programme erstellen.

Was sich bei GPT-3 schon in Ansätzen zeigte, nämlich dass die Sprach-KI aus zugerufenen Anweisungen einfachen Programmiercode generieren konnte – obwohl sie für diesen Zweck gar nicht trainiert wurde – macht OpenAI bei Codex jetzt zum Feature.

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Programmierung auf Zuruf für Profis und Laien

Codex ist OpenAIs KI-Modell für Programmiersprache. Die KI soll Entwicklern durch Code-Autovervollständigung den Programmieralltag erleichtern. Eingebettet ist Codex bislang nur in Githubs Software Copilot.

Jetzt stellt OpenAI den Zugang zu Codex per API als Beta zur Verfügung. Der Zugang zur Beta ist kostenlos, den Zugang zur fertigen Version wird OpenAI verkaufen.

Außerdem kündigt die Organisation eine Verbesserung für Codex an, die aus reinen Sprachanweisungen Computercode generiert: Zu einer Anweisung wie „Erstelle eine Webseite mit Hello World darauf“ generiert Codex den passenden Code.

Sogar einfache Computerspiele kann Codex rein auf Basis von gesprochenen Anweisungen erstellen, auch wenn, das zeigt die Demonstration, noch viel Versuch und Irrtum nötig ist. Einige weitere Demos etwa für Datenwissenschaften sind in OpenAIs YouTube-Kanal verfügbar.

Da Codex mehrere Programmiersprachen spricht, kann die KI auch innerhalb anderer Programme Code-Anweisungen erstellen. Eine Demo zeigt, wie Codex als Sprachsteuerung in Microsoft Word fungiert: Die KI macht aus den gesprochenen Anweisungen in Echtzeit Word-kompatiblen Code, der dann den in Word geschriebenen Text nach Wunsch formatiert. OpenAIs Geschäftspartner Microsoft untersucht laut OpenAI bereits solche Codex-Anwendungsszenarien.

Die Sprache-zu-Code-Technik funktioniert, weil die Basis von Codex das mit vielen Sprachdaten trainierte KI-Modell GPT-3 ist. Für Codex verfeinerte OpenAI die Programmierfunktion durch entsprechendes Nachtraining mit im Internet frei verfügbaren Code-Beispielen.

Kritisch diskutiert wird in diesem Kontext die Frage des Urheberrechts, da die KI letztlich von menschlichen Programmieren erstellte Code-Zeilen wiederverwertet. Bei Tests zitierte Codex sogar ganze Code-Paragrafen aus einem alten Videospiel von John Carmack, da der komplette Code Teil des Datensatzes für das KI-Training war.

OpenAI will es beweisen: Programmierwettbewerb startet mit Codex

Der potenzielle Nutzen der Sprache-zu-Code-Technik für Programmierlaien ist offensichtlich und könnte, wenn sie einen hohen Reifegrad erreicht, die Software-Entwicklung verändern. Der Weg dorthin ist aber noch weit und letztlich gehört zur Software-Entwicklung viel mehr als Programmieren.

Laut OpenAI sollen daher zunächst Profis von Codex‘ Sprachverständnis profitieren. Sie können Anweisungen in natürlicher Sprache mit Code-Zeilen vermischen und Codex präzise Anweisungen für den zu generierenden Programmiercode geben – so als würden sie einem Kollegen um die Umsetzung einer Funktion bitten und diese direkt mit konkreten Beispielen umschreiben.

„Codex ist ein Schritt in Richtung einer neuen Schnittstelle zu Computern – man kann mit seinem Computer sprechen und er macht, was man will“, beschreibt Brockman die zentrale Vision hinter Codex.

In einem Programmierwettbewerb möchte OpenAI herausfinden oder demonstrieren, wie viel schneller Programmierer in Zusammenarbeit mit Codex Aufgaben lösen können. Codex-Entwickler sollen fünf Python-Aufgaben lösen und können ihre Bestzeit auf einer Highscore-Liste eintragen.

Eine ausführliche Sprache-zu-Code-Demo zeigen OpenAI-Mitgründer Greg Brockman und Codex-Projektleiter Wojciech Zaremba im folgenden Video.

Quelle, Videos & Bilder: OpenAI

Update: Hinweis auf weitere Demos, Videos ausgetauscht, Urheberrecht ergänzt

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