Oculus Go: Facebook gibt VR-Betriebssystem frei

Oculus Go: Facebook gibt VR-Betriebssystem frei

Facebook will für Oculus Go ein freigeschaltetes VR-Betriebssystem veröffentlichen.

Wer erst mit Oculus Quest in VR eingestiegen ist, mag es kaum glauben, aber: Es gab mal eine Zeit, da konnten autarke VR-Brillen nur sitzend und mit Kopfdrehungen benutzt werden. Einige von uns steckten sogar ihr Smartphone in eine Papp- oder Plastikhalterung und fanden das anfangs mitunter sogar gut. Aus heutiger Perspektive ein eher schwieriges Eingeständnis.

Heute ist VR ohne Raumtracking kaum mehr vorstellbar, aber zum Veröffentlichungszeitpunkt bekam Oculus Go recht positive Kritiken – und das durchaus begründet, denn die VR-Brille sitzt bequem, eignete sich (und eignet sich noch) gut für 360-Grad-Filme und war verhältnismäßig günstig.

Oculus Go setzt neue Maßstäbe beim VR-Nutzungskomfort und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die VR-Brille ist einfach zu handhaben, komfortabel und bietet Bildqualität auf dem Niveau von Highend-Brillen.

 

Inhalt gibt es reichlich, häufig fehlt es an Substanz. Da die Go-Brille und der beiliegende Controller nur Drehung erkennen und keine Bewegungen in die Tiefe des Raumes, sind die Anwendungsszenarien auf 2D-Videos auf der großen Leinwand, 360-Grad-Videos und einfache Spiele beschränkt.

 

Wer Wert legt auf eine portable VR-Brille für unterwegs und zwischendurch, bekommt mit Oculus Go ein gutes Gerät zu einem fairen Preis. Wer Samsung Gear VR oder Daydream View besitzt und häufig nutzt, sollte über ein Upgrade nachdenken. Für Gelegenheitsnutzer lohnt sich der Kauf nicht.

MIXED.de, 5/2018

Oculus Quest killt Oculus Go

Besonders erfolgreich war das Gerät freilich nicht und die von dem früheren Oculus-Technikchef John Carmack mal angedachte Oculus Go 2 dürfte nach dem Erfolg von Quest und dem wachsenden 6-DoF-Ökosystem wohl Geschichte sein. Das 360-Format genießt nicht mehr die Aufmerksamkeit wie in den VR-Anfangstagen.

Damit die Geschichte von Oculus Go nicht ganz so abrupt und hässlich endet, hat sich eben jener John Carmack laut eigenen Angaben über Jahre hinweg für die Veröffentlichung eines Oculus Go-Betriebssystems ohne Software-Restriktionen eingesetzt.

Bei Twitter verkündet Carmack jetzt Erfolg: Facebook hat sich dafür entschieden, eine freigeschaltete Version des Oculus Go-Betriebssystems mit vollem Root-Zugriff zu veröffentlichen.

Oculus Go mit Root-Zugriff: Carmack leitet lebensverlängernde Maßnahme ein

Die komplett freigeschaltete Version des Go-Betriebssystems ermöglicht laut Carmack natives Sideloading, also das Aufspielen von beliebiger Software, etwa von selbstentwickelten VR-Apps oder alternativen Betriebssystemen, und das offiziell ohne Rechtsbruch mit Facebook. Entwickler:innen könnten etwa eigene Treiber für die integrierte Hardware schreiben.

Carmack hofft, dass Oculus Go so auch heute noch besser für neue und mehr Anwendungsszenarien eingesetzt werden kann. Mit Blick auf die Computerzukunft – oder besser Vergangenheit – sei außerdem sichergestellt, dass Oculus Go noch auf die neuste Software aktualisiert werden könne, wenn Facebooks Update-Server längst nicht mehr laufen.

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Facebook wird das freigeschaltete Go-Betriebssystem in Form der letzten aktuellen Go-Software mit zusätzlichem Root-Zugriff veröffentlichen. Wann und wo die freigeschaltete Software erscheint, ist laut Carmack noch nicht entschieden.

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