Fake-Fotos werden realistischer: Nvidia setzt auf eine neue Methode und erreicht noch glaubwürdigere Ergebnisse als bei vergangenen Demonstrationen.

Künstliche Intelligenz ist seit einiger Zeit in der Lage, glaubwürdige Fake-Fotos zu produzieren: Ende 2017 stellte Nvidias KI-Forschungsteam erstmals ein neuronales Netzwerk vor, das Fotos von Fake-Promis anhand von Aufnahmen berühmter Personen generiert. Die Google-Schwester Deepmind zeigte Ende September täuschend echte Fotos von Nahrung, Tieren oder aus der Natur.

Künstliche Intelligenz kennt keine Emotionen. Das bedeutet aber nicht, dass sie keine erzeugen kann. Zum Beispiel mit einem Bild eines saftigen Burgers.

Dieser Deepmind-Burger macht Appetit auf Künstliche Intelligenz. Bild: Deepmind

Das Nvidia-Team, das die zuvor erwähnten Fake-Promis verantwortet, hat nun sein neuestes Projekt vorgestellt. Wieder geht es um die Generierung von Gesichtern – doch die neue KI ist nicht mehr nur auf Promis spezialisiert. Sie kann in kurzer Zeit Dutzende Gesichter schaffen: vom Kind bis zum seniorigen Brillenträger.

Man glaubt es kaum, aber: keine der Personen auf diesen Fotos existiert in Wirklichkeit. Bild: Nvidia

Nvidias Stil-Transfer erlaubt fließende Übergänge zwischen zahlreichen Gesichtsmerkmalen

Für das KI-Training erstellten die Forscher einen neuen Datensatz aus 70.000 Portrait-Fotos der Fotoplattform Flickr. Der Datensatz soll demnächst kostenlos verfügbar sein für weitere Versuche.

Generiert werden die Fake-Portraits mit dem mächtigen GAN-Verfahren: Eine Generator-KI erstellt einen Fotovorschlag, eine Diskriminator-KI bewertet das Ergebnis. Entlang dieser Rückmeldung verbessert die Generator-KI ihren ersten Fotovorschlag – bis die Diskriminator-KI das Portrait nicht mehr von einem realen unterscheiden kann.

Nvidias neuer Stil-Transfer ist für die Feinheiten im Portrait zuständig: Mit ihm werden stilistische Aspekte eines Bildes analysiert und auf eine neue Kreation übertragen. Bei einem Gemälde könnten das zum Beispiel Pinselführung und Farbpalette sein.

Für die Portraits trennten die Forscher drei Detailstufen: physische Merkmale des Gesichts, Komposition des Bildes und die Farbgebung. So kann die KI das komplette Bild verändern oder nur ein paar Sommersprossen hinzufügen – es entstehen glaubwürdige und vielfältige Ergebnisse.

Die drei Detailstufen haben unterschiedliche Einflüsse. Zusammen tragen sie zu einem glaubwürdigen Bild bei. Bild: Nvidia

Ältere Fake-Foto-Lösungen fassen schon eine andere T-Shirt Farbe oder fehlende Ohren als hinreichende Änderung an einem Portrait auf. Durch die variablen, aber vorgegebenen Detailstufen ist bei Nvidias neuer KI sichergestellt, dass Änderungen visuell immer sinnvolle Ergebnisse produzieren.

Das System taugt nicht allein für Gesichter: Die Forscher haben ihre KI auch auf Autos, Katzen und Schlafzimmer losgelassen. In allen Fällen sind die Ergebnisse beeindruckend realistisch.

Ob das Internet noch mehr Katzenfotos hosten kann, ist unklar. Muss es aber wohl. Bild: Nvidia

Nvidia hat auch ein eindrückliches Video veröffentlicht. Es zeigt, wie mühelos die KI glaubwürdige Ergebnisse produziert.

Bilder: Screenshots

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