Mit dem Shield TV (Pro) will Nvidia am Streaming-Geschäft mitverdienen. Die neue Box kommt mit einer KI-gestützten Bildskalierung auf 4K, die laut ersten Testern mehr ist als ein Gimmick.

Nvidia hat das Shield TV (Pro) offiziell angekündigt. Verkauft wird es ab sofort in zwei Versionen: Die Standard-Ausführung als Stick kostet 160 Euro, die Pro-Version kommt mit zwei USB-Eingängen sowie 32 GByte statt 16 GByte Speicherplatz und 3 GByte statt 2 GByte Arbeitsspeicher. Sie kostet 220 Euro.

Beide Versionen der Streaming-Box bieten KI-gestützte Bildskalierung von 720p- und 1080p-Inhalten auf 4K. Die KI-Skalierung läuft in Echtzeit auf dem Tegra x1+ Prozessor und wird unmittelbar vor der Bildausgabe an den TV angewandt. Sie funktioniert nicht für Spiele und für Videos mit 60 Bildern pro Sekunde.

Nvidias KI-gestützte Bildskalierung soll herkömmlichen Algorithmen überlegen sein. Bild: Nvidia

Nvidias KI-gestützte Bildskalierung auf 4K soll herkömmlichen Algorithmen überlegen sein. Bild: Nvidia

KI-Skalierung im Nvidia Shield TV: Erste Tester sind begeistert

Die KI wurde mit Szenen aus bekannten Filmen und Serien trainiert sowohl in nativer 4K-Qualität als auch in einer hochskalierten Version. So lernte sie, die Unterschiede der beiden Bildmodi zu analyiseren und neue Pixel bei der Skalierung so zu ergänzen, dass das skalierte Bild eher wie natives 4K-Material aussieht. Nvidia spricht von einer 4K-nahen Bildqualität.

Eine mit nativen 4K-Inhalten trainierte KI übernimmt bei der Bildskalierung den Feinschliff. Bild: Nvidia

Eine mit nativen 4K-Inhalten trainierte KI übernimmt bei der Bildskalierung den Feinschliff des klassisch hochskalierten Materials. Bild: Nvidia

Laut Techcrunch macht die KI einen “bemerkenswert guten Job” darin, zu erraten, wie die 4K-Version eines HD-Bildes aussehen würde. Auch The Verge bezeichnet die KI-Skalierung als “sehr eindrucksvoll”.

Laut PC-Magazin bewirkt der Bildmodus speziell bei Cartoons “Wunder”. Bei herkömmlichen Videos hingegen sei der Unterschied nicht so deutlich. Zum Teil würden Bildartefakte produziert, ohne dass das Bild ansonsten aufgewertet würde.

Diese Artefakte kritisiert auch Android Authority, allerdings nur bei einer zu aggressiven Einstellung. Die KI-Skalierung bietet unterschiedliche Modi. Technisch sei die Funktion “extrem beeindruckend”, auch wenn man die Einstellung passend zum Inhalt justieren müsse.

Auch Android Central bezeichnet die KI-Skalierung als “ziemlich toll”. Details wie Haare oder Kleidung würden in 4K schärfer und besser dargestellt. 9to5 Google schreibt von einem “deutlichen Unterschied”, speziell bei alten Filmklassikern wie Indiana Jones.

Prinzipiell funktioniert Nvidias KI-Skalierung auch für Spiele, allerdings dürfte hier das Training vorab anspruchsvoller weil spezifischer sein: In China veröffentlichte Nvidia Anfang des Jahres eine HD-Version des Spieleklassikers “Zelda: Twilight Princess” für das eigene Gaming-Tablet Shield. Diese wurde ebenfalls mittels KI hochskaliert und kann grafisch mit Nintendos handgemachtem HD-Remake mithalten.

Die KI-skalierte Version hat grafisch deutlich die Nase vorne. Bild: Chinese Nintendo / Screenshot

Die KI-skalierte Version hat grafisch deutlich die Nase vorne. Bild: Chinese Nintendo / Screenshot

Der originale Grafikmatsch der Shield-Version. Bild: Chinese Nintendo / Screenshot

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