Update: 26.08.2020

Elon Musk verspricht für Freitag eine Demo eines funktionierenden Neuralink-Geräts. Außerdem zeigt das Neuralink-Team Version 2 des Roboters, der den Chip im Gehirn implantiert.

Das Roboterverfahren sei, so Musk, noch immer weit von einem einfachen Eingriff wie einer Augen-Laser-OP entfernt, könne dieser aber “in ein paar Jahren” nahekommen. Der Live-Webcast startet Freitagnacht um 24 Uhr deutscher Zeit.

Update: 31.07.2020

Bei Twitter gibt Musk ein Update zum Programm der Neuralink-Veranstaltung am 28. August: Sein Unternehmen will unter anderem zeigen, wie Neuronen in Echtzeit feuern.

Entsprechende Visualisierungen existieren schon, die Frage ist, in welchem Kontext und in welcher Qualität Neuralink die Zellaktivitäten zeigen wird.

Musk glaubt sogar, dass mit Gehirnchip-Technologie vollständig gelähmte Menschen eines Tages wieder laufen könnten: “Ja, es sollte möglich sein, einen neuronalen Shunt vom Motorkortex zu den Mikrocontrollern in den Muskelgruppen herzustellen und die Bewegung wiederherzustellen, selbst wenn jemand ein vollständig durchtrenntes Rückenmark hat.”

Ursprünglicher Artikel vom 9. Juli 2020:

Im August verrät Elon Musks Gehirnchip-Startup Neuralink, wie es um die eigene Technologie steht.

Vor fast genau einem Jahr enthüllte Elon Musks Startup Neuralink die eigene Technologie: Keine bahnbrechende Innovation, aber eine Verbesserung der Grundlagentechnologie für Hirnimplantate, Wegbereiter-Technik, wenn man so will. Von Neuroexperten wurde Neuralinks Enthüllung zurückhaltend aufgenommen, was nicht zuletzt am Hype liegen dürfte, den Elon Musk als Gründer automatisch mit sich bringt.

Jetzt kündigt das Unternehmen den nächsten Fortschrittsbericht an: Am 28. August wird Neuralink ein Update zum Stand der Technologie geben.

Musk erinnert außerdem an Neuralinks Mission Statement: “Wenn du sie nicht schlagen kanns, dann schließ Dich ihnen an” – er geht davon aus, dass Künstliche Intelligenz Menschen den Rang abläuft, wenn sich diese nicht digital upgraden. Musks Sci-Fi-Thesen werden von KI-Forschern und -Experten teils kritisch beurteilt.

Versuche an Menschen ein mögliches Thema

Zuletzt äußerte Musk im Mai, dass Neuralink innerhalb der nächsten zwölf Monate mit Gehirnchip-Tests an Menschen starten will. Per Elektrostimulation kann ein implantierter Gehirnchip beispielsweise bei motorischen Störungen helfen, die Kontrolle über bestimmte Körperfunktionen zurückzuerlangen.

Der N1-Prozessor fürs menschliche Gehirn soll im Unterschied zum aktuellen Interface, das bei Tierversuchen verwendet wird, drahtlos funktionieren. Bild: Neuralink

Der N1-Prozessor für das menschliche Gehirn soll drahtlos funktionieren und mit einer Smartphone-App interagieren. | Bild: Neuralink

Auch wenn Neuralinks Technologie zunächst im medizinischen Kontext erprobt wird, ist die langfristige Vision eine noch größere: Der Schnelldenker-Chip soll die Datenverarbeitungsfähigkeit des menschlichen Gehirns auf Computer-Niveau beschleunigen.

Per elektronischer Gedankenübertragung könnten Menschen sowohl schneller mit Computern als auch mit anderen gechipten Menschen interagieren, so die Theorie von Neuralink. Diese Funktion könne in zehn Jahren Marktreife erlangen, sagt Musk, ein vollständiges Elektro-Gehirn hingegen sei noch mindestens 25 Jahre entfernt.

Schreib- und Lesezugriff auf das Gehirn

Im März äußerte Gabe Newell, Gründer der milliardenschweren Spielefirma Valve, dass noch in diesem Jahr eine Gehirnschnittstelle mit “vollständigem Schreib- und Lesezugriff” angekündigt werden soll. Details verriet der mächtige Spielemanager nicht – aber Musks Neuralink ist sicher ein guter Kandidat für eine Enthüllung dieser Größenordnung.

Ein weiteres mögliches Thema: Neuralinks Topwissenschaftler Philip Sabes sagte in der Vergangenheit, dass sein Unternehmen auch mit der Interpretation von Gehirndaten durch Künstliche Intelligenz experimentiert.

KI könnte in den ausgelesenen Gehirndaten Muster erkennen, die Menschen verborgen bleiben. Aus dieser Forschung können zum Beispiel neue Steuerungsmöglichkeiten für Computer resultieren. Facebook investierte im Herbst 2019 bis zu eine Milliarde US-Dollar in das Startup Ctrl Labs, das genau an dieser Art KI-gestützter Hirnsteuerung arbeitet.

Weiterlesen über Hirn-Computer-Schnittstellen:

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