Update: 15. Januar 2021

Neon veröffentlicht einen Trailer zur großen Neon-Vision.

Ursprünglicher Artikel vom 13. Januar 2021:

Auf der CES 2020 enthüllte das Samsung Start-up Neon ein KI-basiertes Next-Gen-Interface mit digitalen Menschen. Wie geht es mit Neon 2021 weiter?

Die Neon-Enthüllung im vergangenen Jahr ließ viele Fragen offen. Zwar wurde klar, was Samsung und damals noch Star Labs, Samsungs Kreativlabor für Zukunftstechnologie, planen, nämlich ein KI-generiertes Sprach-Interface mit menschlichem Aussehen und Verhalten. Aber technische Details verrieten die Unternehmen nicht.

Das Neon-Projekt folgt der Annahme, dass realistische digital generierte Charaktere an vielen Stellen Teil unseres Alltags werden könnten: In Zukunft sollen Neons als Vertreter, Finanzberater, Gesundheitsdienstleister oder Concierge agieren, als Fernsehmoderator, Firmenvertreter und Filmschauspieler auftreten oder zum digitalen Begleiter und Freund werden.

Bei der Enthüllung hieß es, dass die Neon-Wesen in Filmen, AR-Erfahrungen und Smartphone-Apps erscheinen könnten, aber kein Ersatz seien für Sprachassistenten wie Googles Assistant oder Alexa. Stattdessen sollen sie auf verschiedene Aufgaben trainiert und binnen Millisekunden auf Nutzer-Anfragen realistisch reagieren können.

Praxistext: Neon-Wesen als Bankberater

Ein Jahr später, zur CES 2021, hat das mittlerweile als Samsung-Ausgründung agierende Start-up Neon ein umfangreiches Update zum gleichnamigen Projekt. Die beiden ersten Angebote richten sich an Unternehmen: Neon Workforce und Neon Content Creation.

Mit Neon Studio und Content Creation werden die Neon-Wesen generiert und in den eigenen Inhalt integriert. Die Figuren sollen beispielsweise Text in mehr als 100 Sprachen und mit verschiedenen Stimmen vortragen können.

Emotionen und Verhalten sollen detailliert anhand des eigenen Skripts konfiguriert werden können. Auch das Aussehen kann passend zum Inhalt individuell justiert werden. Die Video-Ausspielung ist bis zu 4K und als Live-Stream möglich.

Bei Neon Workforce sollen Unternehmen künstliche Figuren generieren, die sie im digitalen Kontext als Arbeitskräfte einsetzen. Auf der Projektseite ist die Rede von Verkaufsspezialisten, Sprachtrainern oder Markenbotschaftern. Anstatt beispielsweise ein Formular auf einer Webseite auszufüllen, sollen Webseiten-Besucher ihre Anfrage an ein Neon-Wesen stellen und personalisierte Antworten erhalten.

Neon Workforce: Unternehmen sollen digitale Wesen als Angestellte beschäftigen beispielsweise für Yoga-Kurse oder als Servicekraft. | Bild: Neon

Neon Workforce: Unternehmen sollen digitale Wesen als Angestellte beschäftigen beispielsweise für Yoga-Kurse oder als Servicekraft. | Bild: Neon

Einen ersten Praxistext der Digitalfiguren setzte Neon mit der südkoreanischen Shinhan Bank um: Hier bedienten Neon-Charaktere online und in der Filiale die Kunden.

Neon für Unternehmen: KI-Figuren kommen aufs Smartphone und ins Web

Der Neon-Service läuft über die Cloud und kann so auf viele Geräte ausgespielt werden. Star Labs bietet eine Programmierschnittstelle für Web und Mobile (iOS, Android) an sowie die Videostele Neon Frame mit Interaktionsmöglichkeit. Über das Smartphone können Nutzer ein Neon-Wesen beispielsweise per Nachricht anschreiben oder für ein Gespräch anrufen.

Neon View heißt der Service, bei dem die Neon-Charaktere aus dem Smartphone oder Tablet mit Nutzern interagieren. | Bild: Neon

Neon View heißt der Service, bei dem die Neon-Charaktere auf dem Smartphone oder Tablet mit Nutzern interagieren. | Bild: Neon

Ab 2022 sollen dann die nächsten Schritte folgen: Neon Superstar soll die ersten digitalen Berümtheiten hervorbringen, während bei My Neon ein “künstlicher Mensch als Freund” generiert werden kann.

Unternehmen mit Interesse an einem Neon-Test können sich hier anmelden. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite.

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