Microsoft gibt Einblick in eine Künstlichen Intelligenz, die in Indien hilft, Gebärmutterhalskrebs zu bekämpfen.

Mit Künstlicher Intelligenz will Microsoft grundlegenden Problemen in Indien begegnen, etwa Blindheit bekämpfen, Herzerkrankungen vorhersagen, Ernteerträge erhöhen und Autofahrer besser ausbilden.

Auf dieser Liste steht auch die Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs: In Indien sterben mehr Frauen an Gebärmutterhalskrebs als in allen anderen Ländern der Erde. Jährlich werden dort rund 67.000 Todesfälle gemeldet – von weltweit 260.000.

Im September 2018 startete Microsoft eine Kooperation mit dem indischen Medizinunternehmen SRL Diagnostics, um ein KI-Netzwerk für Pathologen zu bauen. SRL Diagnostics ist Indiens größter Dienstleister für Pathologie und Radiologie. Die Firma analysiert unter anderem sogenannte PAP-Abstriche, mit denen frühe Formen von Gebärmutterhalskrebs entdeckt werden können.

Jährlich erhält SRL Diagnostics mehr als 100.000 solcher Proben. Einzelne Teams analysieren zwischen 200 und 300 Abstriche täglich. Doch in diesen Teams arbeiten nur wenige sogenannte Zythopathologen, das sind Experten für Gebärmutterhalskrebs.

KI sortiert vor

Von den 100.000 Proben sind circa 98 Prozent unauffällig. Microsofts Kooperation soll sicherstellen, dass die restlichen zwei Prozent von den richtigen Experten geprüft werden.

Damit die KI die unauffälligen Abstriche aussortieren kann, wurde sie mit tausenden Bildern von Abstrichen trainiert, auf denen Zythopathologen zuvor auffällige Zellbereiche markierten.

Ein Ganzdia-Bild mit dem die KI trainiert wurde. Auf einem solchen Bild sind zwischen 200 und 300 einzelne Zellen zu sehen. Bild: Microsoft.

Ein Ganzdia-Bild, mit dem die KI trainiert wurde. Auf einem Bild sind zwischen 200 und 300 einzelne Zellen zu sehen. Bild: Microsoft

Nun verkünden Microsoft und SRL Diagnostics, dass der Trainingsprozess der KI abgeschlossen ist. Als nächster Schritt steht ein drei- bis sechsmonatiger Test der KI-Diagnose in den Labors von SRL Diagnostics an.

Krankenhäuser sollen in einigen Monaten auf KI-Diagnose umrüsten

Für den Test wollen die beiden Konzerne eine halbe Million anonymisierte Abstrich-Bilder nutzen. Nach einer erfolgreichen internen Prüfung soll die KI dann in Krankenhäusern und anderen externen Diagnosecentern getestet werden.

Die KI kann aktuell zwischen normalen und abnormalen Abstrichen unterscheiden. Sie erkennt außerdem sieben Subtypen von auffälligen Zellen und gibt diese Information an die Pathologen im Labor weiter.

Microsoft und SRL Diagnostics sprechen der KI das Potenzial zu, die Produktivität der Pathologen um das Vierfache zu steigern. In Zukunft soll sie weitere Diagnosen beschleunigen bei Nierenerkrankungen oder Mund-, Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs.

Quelle: Microsoft

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