Metas neue Muskel-KI könnte Next-Gen-Avatare antreiben

Metas neue Muskel-KI könnte Next-Gen-Avatare antreiben

Myosuite simuliert das Zusammenspiel menschlicher Muskeln, Knochen und Gelenke. Die Erkenntnisse könnten auch ins Metaverse fließen.

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Die KI-Plattform umfasst aufeinander abgestimmte, physiologisch akkurate Muskel-Skelett-Modelle, schreiben Meta-Forscher im Tech-Blog des Unternehmens.

„Je intelligenter ein Organismus ist, desto komplexer ist dessen motorisches Verhalten. Was ermöglicht solche Entscheidungsfindung und die motorische Kontrolle, Handlungen auszuführen? Um diese Frage zu beantworten, entwickelten wir Myosuite: eine Reihe von Modellen, die mittels maschinellem Lernen biomechanische Steuerungsaufgaben löst.“

Zu solchen „Steuerungsaufgaben“ gehören komplexe Fingerbewegungen: das Jonglieren eines Stifts in der Hand, das Drehen eines Schlüssels oder die Manipulation zweier Baoding-Kugeln (siehe Video oben). Das Künstliche-Intelligenz-Modell beschränkt sich derzeit auf die Anatomie menschlicher Arme und Hände.

Myosuite: Grundlage für fortschrittliche Avatare?

Die Forschung soll durch möglichst akkurate Simulation Feinheiten sensomotorischer Kontrolle enträtseln. Das entwickelte KI-Modell arbeitet laut Meta 4.000-mal effizienter als frühere Simulatoren, wodurch weitaus mehr Muskeln gleichzeitig simuliert werden können als bisher. Wozu das alles gut ist?

„Die Forschung könnte bei der Entwicklung von Prothesen, Methoden physischer Rehabilitation und Operationstechniken helfen“, sagt Meta-CEO Mark Zuckerberg anlässlich der Veröffentlichung von Myosuite. „Sie könnte uns außerdem helfen, realistischere Avatare für das Metaverse zu entwickeln.“

Meta forscht seit vielen Jahren an sogenannten Codec-Avataren für immersive VR- oder AR-Telefonie. Zuckerberg sieht in simulierter Kopräsenz die Killer-App dieser Zukunftstechnologien.

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Sensomotorische KI-Modelle könnten helfen, Bewegungen realistischer wiederzugeben, egal, ob sie von Sensoren erfasst oder vage hergeleitet sind, wie bei der inversen Kinematik. Bei diesem Verfahren wird das räumliche Verhältnis von Gliedmaßen aufgrund limitierter Daten geschätzt.

Metaverse-Forschung ist Humanforschung

Erkenntnisse an der Schnittstelle der Neurowissenschaften und Motorik könnten auch die Entwicklung neuraler Interfaces unterstützen. Meta arbeitet an einem Armband, das Muskelsignale am Handgelenk abfängt und in Computerbefehle übersetzt. Mit einem solchen Gerät soll man in Zukunft mühelos und praktisch unsichtbar Augmented-Reality-Brillen bedienen können.

Auf jeden Fall zeigt Myosuite, wie weit Metas Forschung reicht. Sie stößt in medizinische und biologische Gebiete vor, deren technischer Nutzen sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Zumindest, wenn man davon ausgeht, dass sie für Virtual Reality– und AR-Anwendungen ausgelegt sind. Täuschend echte Avatare setzen eine genaue Kenntnis der menschlichen Anatomie voraus. Grundlagenforschung dieser Art ist daher wichtig.

Mehr Informationen zu MyoSuite gibt es auf der offiziellen Internetseite des Projekts. Bei Github gibt es Benchmarks für KI-Forscher:innen. Das Projekt ist aus einer Kooperation von Meta AI mit der Universität Twente hervorgegangen.

Quellen: Meta