Metamobilität: Roboter sollen Metaverse und Realität vernetzen

Metamobilität: Roboter sollen Metaverse und Realität vernetzen

Gemeinsam mit Boston Dynamics will Hyundai Roboter als Schnittstelle zwischen Metaverse und Realität etablieren. Der südkoreanische Tech-Konzern nennt das „Metamobilität“.

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Konkret sieht Hyundai zwei Anwendungsszenarien: Roboter können physische Stellvertreter für Metaverse-Nutzer:innen sein. Oder sie liefern Daten aus der Realität, die Basis für ein virtuelles Metaverse-Erlebnis sind.

„Die Idee hinter der Metamobilität ist, dass Raum, Zeit und Entfernung irrelevant werden. Durch die Verbindung von Robotern mit dem Metaverse werden wir in der Lage sein, uns frei zwischen der realen Welt und der virtuellen Realität zu bewegen“, sagt Hyundai Motor Group President Chang Song. „Das Metaversum geht noch einen Schritt weiter: Roboter werden zu einer Erweiterung unserer eigenen physischen Sinne und ermöglichen es uns, unser tägliches Leben mit Metamobilität neu zu gestalten und zu bereichern.“

Hyundai arbeitet bei dieser Vision eng mit dem Robotikunternehmen Boston Dynamics zusammen. Hyundai kaufte Boston Dynamics Ende 2020 für rund 921 Millionen US-Dollar.

Roboter als Datenlieferanten für das Metaverse

Als ein Beispielszenario zeigt Hyundai einen Spot-Roboter von Boston Dynamics, der auf der Marsoberfläche mithilfe seiner integrierten Sensoren 3D-Daten einsammelt und diese für einen immersiven, virtuellen Mars-Ausflug übergibt.

Roboter als autonome Datensammelmaschinen für die Mixed Reality: Die Idee ist nicht neu, auch autonome Autos könnten einen Beitrag dazu leisten. Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche beschrieb schon 2017 eine Vision, in der Kameras und Sensoren in autonomen Autos dabei helfen, eine 3D-Karte der Welt zu fertigen.

Auch Hyundai verkauft Spot als Datensammelmaschine, spricht in diesem Kontext von „Industrial Sensing“ für den Aufbau digitaler Zwillinge.

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Robo-Stellvertreter: Ja, ich bin es

Hyundais zweite Vision der Metamobilität klingt schon etwas mehr nach Science-Fiction: Roboter sollen als physische Stellvertreter in der Realität agieren, die über das Metaverse ferngesteuert werden. „Dies wird es den Nutzer:innen ermöglichen, die reale Welt durch VR zu erleben“, schreibt Hyundai.

Als Beispiel nennt Hyundai einen Roboter in der eigenen Wohnung, die als digitaler Zwilling im Metaverse zugänglich ist. Über ein VR-System könnte man sich in den Roboter einloggen und dann etwa die Haustiere mit Futter und Liebe versorgen. Neue Mobilitätskonzepte wie diese führt Hyundai unter dem Motto „Expanding Human Reach“ zusammen.

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Auch die Idee zu Roboter-Avataren ist nicht neu und existierte schon vor dem Metaverse-Hype: Der frühere VR-Enthusiast Philip Rosedale, Miterfinder von Second Life, prognostizierte vor einigen Jahren ein digital-reales Ökosystem, in dem Menschen per VR-Telepräsenz in Roboterhüllen ihrer Arbeit nachgehen.

Das löse ortsbezogene Einschränkungen auf – etwa die Entfernung zum Arbeitsplatz – ebenso wie körperliche. „Der Roboter könnte physisch viel stärker sein oder sehr groß, sehr klein oder was auch immer der Job verlangt“, schrieb Rosedale 2017. Auch Boston-Dynamics-Gründer Marc Raibert beschreibt diese VR-gestützte Robotik-Telepräsenz-Vision auf der CES 2022.

Auf dem Weg zu Spot Light

Im Rahmen der CES erzählte Raibert außerdem mehr über mögliche Pläne für kommerzielle Roboter. Derzeit ist Boston Dynamics rein auf die Herstellung und den Vertrieb von Industrierobotern fokussiert, auch wenn der Hunderoboter Spot offenbar recht frei an Unternehmen verkauft wird, was kuriose Folgen haben kann.

Es sieht nicht danach aus, dass sich Boston Dynamics Industriefokus zeitnah verändert. „Wir alle würden gerne einen Roboter für den Endverbraucher haben, etwas wie Spot oder Spot Lite, der kostengünstig ist. Aber der Weg dorthin ist nicht leicht“, sagt Raibert.

Die Entwicklung bei Smartphones habe jedoch die Kosten für Teile stark gesenkt, etwa für Kameras und Prozessoren, die in zukünftigen Robotern verwendet werden könnten, so Raibert. Er geht daher davon aus, dass Alltagsroboter eines Tages existieren werden, nennt aber keinen Zeitrahmen.

Zunächst hält Raibert Pflegeroboter für wahrscheinlich, bei denen Kosten eine geringere Rolle spielen würden. Einen Zeitrahmen gibt er hier zumindest implizit vor: „Ich will nicht, dass meine Kinder mich morgens anziehen müssen. Ich möchte, dass das ein Roboter macht“, sagt der 72-jährige Raibert.

Erfahrungen bei der Entwicklung kommerzieller Roboter sammelte Boston Dynamics mit Sony: Die beiden Unternehmen arbeiteten laut Raibert mehrere Jahre gemeinsam am Roboterhund AIBO, der erstmals 1999 für mehrere tausend US-Dollar auf den Markt kam. Anschließend folgten zahlreiche Versionen, der letzte AIBO wurde 2017 vorgestellt. Laut Raibert entwickelten Sony und Boston Dynamics fähigere Modelle, die aber nicht öffentlich demonstriert wurden.

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