Super Nintendo World: Wie gut ist Mario Kart AR?

Super Nintendo World: Wie gut ist Mario Kart AR?

Vergangene Woche eröffnete die Super Nintendo World im japanischen Osaka. Die Hauptattraktion ist eine Mario Kart-Fahrt mit AR-Brille. Was taugt das Erlebnis?

Die Attraktion hört auf den Namen „Koopa’s Challenge“. King Koopa, der im Westen auch als Bowser bekannt ist, ist Marios ewiger Widersacher und hat ein Go Kart-Rennen ausgerufen. In seinem Schloss wartet er auf mutige Herausforderer. Das Ziel der Parkbesucher und Spieler ist, Bowsers Schergen in einer wilden Go-Kart-Fahrt zu besiegen und den Pokal zu holen.

Bereits der Wartebereich und Gang zum Fahrgeschäft ist ein Erlebnis mit seiner Schlosskulisse und seinen zahlreichen, aus Mario-Spielen bekannten Requisiten. Auf Bildschirmen wird erklärt, wie die Go-Kart-Fahrt funktioniert.

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Im Vorraum erhalten die Besucher eine Kopfhalterung in Form einer Mario-Mütze. Im Fahrgeschäft liegt die AR-Brille bereit, die nach dem Einsteigen und kurz vor Fahrtbeginn in die Kopfhalterung gesteckt wird. Das verkürzt die Wartezeit und verhindert, dass Besucher mit großen Linsen vor den Augen im Gang herumstolpern.

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Die Kopfhalterung samt AR-Brille. Die Technik ist vergleichsweise simpel: Ein an der Oberseite der Brille montierter Bildschirm spiegelt die AR-Elemente über ein halbtransparentes Glas in das Sichtfeld des Brillenträgers. Der Hersteller der AR-Brille ist das Start-up Mira. | Bild: Universal Studios Japan / Nintendo

Wenig Kontrolle, viel Illusion

Die Attraktion besteht aus drei Ebenen, die im Zusammenspiel die Illusion einer rasanten Go-Kart-Fahrt erzeugen: mehrere kunstvoll gestaltete Umgebungen im Mario-Look, in die Kulisse eingelassene Projektionen, die animierte Landschaften und Charakter zeigen und den Besuchern Tiefe vorgaukeln und die AR-Elemente, die dreidimensional ins Sichtfeld projiziert werden.

Die Go-Karts fahren auf Schienen und nur über die Bildschirme und AR-Elemente wird der Eindruck erweckt, man habe Einfluss auf die Fahrtrichtung. Fahrtwind wird simuliert, um ein Gefühl von Geschwindigkeit zu erzeugen.

Während der fünfminütigen Fahrt rasen Besucher so durch mehrere Mario Kart-Umgebungen: von der Unterwasserwelt über ein Spukhaus bis hin zur Regenbogenstrecke.

Die Aufgabe besteht zum einen darin, das Steuer in bestimmten Moment nach oder rechts zu drehen, um Münzen oder Panzer aufzusammeln und Hindernissen auszuweichen, zum anderen darin, Bowsers Fahrer, die lediglich in der Augmented Reality existieren, mit Panzern abzuschießen. Hierfür muss man in deren Richtung schauen und eine Taste am Steuer betätigen.

Am Ende der Fahrt sieht man, wer am meisten Punkte geholt hat und ob sich das eigene Team gegen Marios Widersacher durchsetzen und den Pokal einheimsen konnte. Wie sich Koopa’s Challenge spielt, veranschaulicht das folgende Youtube-Video.

Eine intensive Erfahrung

Bei Kritikern hinterlässt die AR-Erfahrung einen guten Eindruck. Sam Byford von The Verge nennt Koopa’s Challenge die „ambitionierteste Attraktion, die ich je in einem Vergnügungspark gesehen habe“.

Das Sichtfeld der AR-Brille sei „ziemlich gut“, aber die Fahrt zunächst „recht desorientierend“. Den Redakteur verwirrte, dass Gegner teilweise aus der Sicht verschwanden, was beabsichtigt ist und daran liegt, dass sie hinter physischen Objekten verschwinden.

Die Go-Karts bewegten sich zwar nicht rasant, aber es fühle sich trotzdem so an, weil die Strecke oft komplett simuliert ist. Die Regenbogenstrecke sei „visuell unglaublich intensiv„. Insgesamt sei die Erfahrung überwältigend und mache viel Spaß.

Mehr Shooter als Rennspiel

Robert Sephazon von Video Games Chronicle konnte Mario Kart AR ebenfalls ausprobieren. Er bezeichnet die Erfahrung als „beeindruckend“ und „mitreißend“. Bei der Go-Kart-Fahrt handle sich jedoch eher um einen AR-Shooter als ein Rennspiel, da Spieler immer zum gleichen Zeitpunkt die Ziellinie erreichen.

Die AR-Effekte seien erstklassig. „Es war ein echter Nervenkitzel, sich mitten in den chaotischen Kämpfen eines Mario Kart wiederzufinden“, schreibt Sephazon. Manche Besucher hätten ob der Reizüberflutung allerdings die Orientierung verloren.

Der Youtube-Kanal GameXplain (siehe Video unten) lobt ebenfalls die AR-Technik. Es sei die AR-Brille, die die Fahrt zum Leben erwecke. Die AR-Effekte seien „ziemlich überzeugend“ und würden helfen, die Action lebendig wirken zu lassen. Die Kameraaufnahmen könnten dem Erlebnis nicht gerecht werden. Dafür müsse man Mario Kart AR schon selbst erleben.

Nicht so gut wie Mario Kart VR

Spielerisch sei Koopa’s Challenge ein Railshooter im Mario-Gewand mit Panzern als Munition. Die Erfahrung sei cool, aber nicht das, was Nintendo-Fans von einer Mario Kart-Simulation erwarten würden, die in Form von Mario Kart VR bereits existiert.

Daniel Robson von IGN findet, dass Koopa’s Challenge nicht ganz so gut ist wie die VR-Erfahrung. Das AR-Erlebnis sei frickeliger und das Sichtfeld eingeschränkter, sodass man die Gegner nicht vollständig sehe. Das Steuern und Abschießen der Widersacher sei „übermäßig hektisch“. Der Redakteur bezeichnet Koopa’s Challenge als großartige Leistung, sofern man die Reizüberflutung genieße.

Dass es zum jetzigen Zeitpunkt relativ wenige Eindrücke internationaler Medien gibt, liegt daran, dass Japan pandemiebedingt immer noch keine Einreisen zulässt. Der Park bleibt also vorerst Japanern vorbehalten.

Quellen: Verge, The Video Games Chronicle, ThemeParkStop, GamesXplain, IGN, Titelbild: Universal Studios Japan

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