Der AR-Film “The Last Light” fällt wohl Magic Leaps B2B-Fokus zum Opfer – zumindest vorerst. Schade, denn das Projekt sieht toll aus.

Im April gab Magic Leap das bekannt, worauf viele Marktbeobachter schon lange warteten: AR-Brillen für jedermann, das geht sich noch lange nicht aus. Nur 6.000 Geräte soll das Unternehmen beim ersten Versuch verkauft haben.

Die Folge: Magic Leap versucht es jetzt mit praktischen AR-Anwendungen für Unternehmen – und baut viele Stellen ab. Letztere insbesondere bei den Kreativen und Geschichtenerzählern in den internen Studios, die an jenen AR-Erfahrungen arbeiteten, die bei Brillenkäufern für offene Münder sorgen sollten.

The Last Light: 40-Minuten-Story für die AR-Brille

Das Werk The Last Light zählt zu den umfangreichsten Projekten der internen Studios: Die räumlich erzählte 3D-Geschichte handelt von der jungen Frau Kayah, die nach dem Tod ihrer Großmutter nach Hause zurückkehrt und dort ihre Erinnerungen und Beziehung zu ihrer Oma erforscht.

Anders als bei vielen AR-Erfahrungen spielt die reale räumliche Umgebung keine Rolle: The Last Light erschafft eine Story-Insel, die im Raum schwebt und vom Brillenträger von allen Seiten betrachtet werden kann.

Im Grunde ist die Erzählweise wie gemacht für eine VR-Brille (Vergleich), noch dazu bietet sie mit einer Spieldauer von rund 40 Minuten reichlich Inhalt.

Kreativ bis zum letzten Tag

Als Gerüchte über Entlassungen durch die Flure von Magic Leap funkten, gab das The-Last-Light-Team noch einmal alles: In den Tagen vor dem großen Schnitt sei das Team bis in die frühen Morgenstunden geblieben, um den AR-Film fertigzustellen, bevor der Zugang zur Software gestrichen wird, erzählt der am Projekt beteiligte Tonprofi Dave Shumway.

Just in dem Moment, als Magic Leap die Entlassungen offiziell verkündete, waren auch die Arbeiten an The Last Light fertiggestellt. Fast das gesamte Team wurde anschließend arbeitslos.

Die Zukunft von The Last Light ist jetzt ebenso ungewiss wie die von Magic Leap. Der AR-Film soll fertig sein, war schon für Festivals gemeldet, könnte im Grunde veröffentlicht werden – doch für ein Unternehmen, das gerade auf einen B2B-Fokus gewechselt ist, wäre Berichterstattung über eine tolle Story-App eher kontraproduktiv, vermuten die Macher.

Der leitende Künstler Mouhsine Adnani  jedenfalls wünscht sich, dass jemand bei Magic Leap “einfach den Knopf drückt und die App veröffentlicht”.

Quelle: The Verge

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