Volkswagen streicht tausende Stellen im Kerngeschäft VW Pkw – doch nicht dort, wo man es vermuten könnte.

Der Konzern hatte schon im Herbst 2016 ein Sparprogramm verkündet: Weltweit sollen 30.000 Stellen abgebaut werden, davon 23.000 in Deutschland.

Nun kündigte Volkswagen weitere Einsparungen an. Bis 2023 sollen zwischen 5.000 und 7.000 Stellen wegfallen und so jährlich fast sechs Milliarden Euro eingespart werden.

Als Grund für die Entlassungswelle gibt Volkswagen die jetzt machbare Automatisierung von Routineaufgaben an. Doch die soll nicht in der Fertigung stattfinden.

VW investiert in moderne IT-Systeme

Stattdessen sollen die 7.000 Stellen in der Verwaltung gestrichen werden. Dafür sollen altersbedingt frei werdende Stellen nicht mehr besetzt werden. Alleine das Potential der nächsten drei Geburtenjahrgänge liegt laut VW bei 11.000 Mitarbeitern.

Damit erreichen die Auswirkungen der vierten industriellen Revolution den Verwaltungsapparat des deutschen Autobauers. Während frühere technologische Fortschritte vor allem manuelle Arbeiten automatisierten, trifft es nun – angetrieben von Künstlicher Intelligenz – Büro- und Verwaltungsjobs und womöglich sogar kreative Berufe.

Die Abschaffung der repetitiven Arbeit

VWs Ankündigung führt zu einer Erkenntnis, die seit längerem absehbar ist: Zwar wird in Medien und teils von Forschern und Entwicklern häufig von einer Allmachts-KI und der Singularität fantasiert. Da streiten sich Experten und Visionäre, ob eine Super-KI nun Science-Fiction oder in zehn Jahren schon Realität ist.

Übersehen wird bei dieser Pseudo-Diskussion das Wesentliche: Für eine Revolution braucht es keine Super-KI. Lernende Software, die in der Lage ist, komplexe Aufgaben eigenständig zu bewältigen, reicht vollkommen aus, um die Arbeitswelt auf den Kopf zu stellen.

Informatiker und Robotikspezialist Sebastian Thrun sagte dazu Anfang letzten Jahres: „Ich glaube, die nächste Revolution ist nicht die generelle Künstliche Intelligenz, sondern die Abschaffung der repetitiven Arbeit. Das müssen wir erst mal verdauen, weil es jeden betreffen wird.“

Quelle: Volkswagen, Titelbild: Volkswagen

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