Katie Jones arbeitet in einem führenden Think Tank und ist via Linkedin bestens mit der Washingtoner Politszene vernetzt. Das Problem: Katie Jones existiert nicht.

Auf die Fake-Identität aufmerksam wurde der Russland-Sicherheitsexperte Keir Giles, als er über Linkedin eine Freundschaftsanfrage von einer jungen, rothaarigen Frau mit dem Namen Katie Jones erhielt. Jones soll dem Profil zufolge mehrere Jahre in einem bekannten Washingtoner Institut gearbeitet haben, das Giles gut kennt. “Wäre das wahr, hätte ich von ihr gehört”, sagt Giles gegenüber Associated Press.

Die Nachrichtenagentur ließ das Profil von Experten überprüfen, darunter vom deutschen Künstler Mario Klingemann, der seit Jahren mit computergenerierten Porträts arbeitet. “Ich bin überzeugt, dass es sich um ein Fake handelt. Es trägt alle Kennzeichen”, sagt Klingemann.

Ihm und anderen Experten zufolge ist das Bild höchstwahrscheinlich mit einem sogenannten GA-Netzwerk erstellt worden. Auf Seiten wie thispersondoesnotexist.com kann jedermann täuschend echte KI-Porträts erstellen. Ein einzelner Klick genügt.

Hinter dem Fakeprofil stecken wahrscheinlich ausländische Spione: Die britische, französische und deutsche Regierungen warnten in den letzten Jahren wiederholt, dass Linkedin von Spionen unterwandert wird, die mit Fakeprofilen regierungsnahe Personen kontaktieren.

“Es ist leichter, hinter einem Computer in Shanghai zu sitzen und Freundschaftsanfragen an 30.000 Ziele zu schicken, anstatt einen richtigen Spion ins betreffende Land zu schicken”, sagt William Evanina, Direktor des nationalen US-Sicherheitscenters, gegenüber AP. Linkedin sperrt regelmäßig Fakeprofile und empfiehlt, sich nur mit Menschen zu vernetzen, die man kennt und denen man vertraut.

Das Katie-Jones-Profil ist mittlerweile nicht mehr aktiv. Anfragen der Nachrichtenagentur wurden nicht beantwortet.

Titelbild: Linkedin / Associated Press, Quelle: Associated Press / The Verge


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