OpenAI hat ein Massively Multiplayer Online Game (MMO) für neuronale Netzwerke programmiert. So erproben die Forscher eine neue Lernumgebung für große KI-Populationen.

Das sogenannte “Neural MMO” generiert eine zufällige Spielkarte, auf der sich bis zu 128 KI-Agenten gleichzeitig bewegen, mit Schwert, Magie und Fernwaffen gegeneinander kämpfen und Rohstoffe sammeln. Jeder einzelne KI-Akteur will so lange wie möglich überleben.

Mit der MMO-Simulation wollen die Forscher eine effektivere Umgebung für das bestärkende Lernen größerer KI-Gruppen erschaffen. Bisherige Simulationen hatten laut den Forschern zwei Probleme: die Szenarien waren entweder zu komplex und eng gefasst oder zu offen und simpel. Ein MMO-Spiel würden einen Mittelweg beschreiten.

Weitere Vorteile des Modells sind, dass die Ergebnisse über einen langen Entwicklungszeitraum erfasst werden (100 Millionen Leben) und dass es viele KI-Agenten gleichzeitig zulässt. Das Modell kann von anderen Forschern beliebig erweitert und weiterentwickelt werden.

Parallelen zur menschlichen Entwicklung

Das Experiment lieferte eine Reihe interessanter Beobachtungen: So fanden die Forscher heraus, dass sich die KI-Agenten eher über die ganze Karte verteilen, wenn die Population steigt. Sie tun das laut den Forschern, um Konflikte zu vermeiden. Parallelen zu diesem Verhalten sehen sie in der Tierwelt.

OpenAI simulierte zudem kriegsähnliche Auseinandersetzungen: Die Forscher wählten eine Gruppe KI-Agenten eines Servers und ließen sie gegen die Population eines anderen Servers kämpfen. Das Ergebnis: Die Überlebenswahrscheinlichkeit einzelner KI-Agenten erhöhte sich, weil die KI-Akteure zusammenarbeiteten und so eine Art Zweckgemeinschaft bildeten. Dies sei bei Tieren und Menschen ebenfalls zu beobachten.

Mehr Details zum OpenAI-Experiment, die wissenschaftliche Publikation und den 3D-Programmclient gibt’s im offiziellen OpenAI-Blog.

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