In 2020 will die NASA einen neuen Rover auf den Mars schicken. Diesmal soll eine Künstliche Intelligenz mit an Bord sein.

Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA nutzt KI-Technologie bereits seit Jahrzehnten. Doch mit dem Boom der letzten Jahre sind Verständnis und Interesse an KI gestiegen.

Erstmals startete die NASA im November 2000 einen Testsatelliten, der automatisiert Überwachungen und Berechnungen durchführen konnte. Die an Bord getestete Software „Autonomous Sciencecraft Experiment (ASE)“ erlaubte es dem Satelliten, eigene Entscheidungen auf Grundlage der gesammelten Daten zu treffen.

Die Software konnte zum Beispiel im Falle eines Vulkanausbruchs selbstständig die Aufmerksamkeit des Satelliten auf den Ausbruch lenken und weitere Überflüge planen.

Künstliche Intelligenz noch immer die Ausnahme

Doch solche Beispiele sind die Ausnahme, sagt NASAs KI-Forscher Steve Chien. „Ich kann Ihnen von verschiedenen Raumfahrtmissionen erzählen, die Künstliche Intelligenz verwenden. Aber wenn Sie eine Raumfahrtmission nach dem Zufallsprinzip auswählen würden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie KI in irgendeiner wichtigen Weise verwendet hat, sehr gering“, so Chien.

NASAs nächster Mars-Rover soll ein erster Schritt zu mehr KI-Relevanz sein. Auf dem Design des Vorgängers Curiosity aufbauend, unterscheidet den neuen Rover in erster Linie die Künstliche Intelligenz an Bord.

Bisherige Modelle des Rovers erforderten viel Mikro-Management und Fernsteuerung seitens der NASA-Mitarbeiter, so Chien. Mit dem KI-Modell sei die Zusammenarbeit „wie die Interaktion mit einem Doktoranden“.

Die NASA will den Rover nur noch anleiten

Auf dem Mars ist der Rover mit vielen sich ständig ändernden Umgebungsvariablen konfrontiert. Da die Kommunikation zwischen Erde und Mars 13 Minuten in eine Richtung dauert, ist eine Fernsteuerung nur bedingt möglich. Anweisungen für komplexe Aktionen nehmen eine Menge Zeit in Anspruch.

Hier setzt die KI an: Sie kann komplexere Aufgaben selbstständig durchführen, ohne für jede Aktion auf einen Befehl warten zu müssen. Hilfreich wäre das schon beim Fahren: Erfassen die Sensoren des Rovers Veränderungen im Untergrund oder der Temperatur, könnte die KI zum Beispiel das Gefährt in sichere Gefilde steuern. Welche Aufgaben die KI konkret im Rover übernehmen wird, ist noch nicht bekannt.

Im September stellte das Frontier Development Lab der NASA einige KI-Projekte vor, darunter auch die automatisierte Steuerung einer komplexen Weltall-Infrastruktur. Einen ersten Schritt in diese Richtung könnte die NASA schon mit dem neuen Mars-Rover gehen. Der soll einen kleinen Helikopter mit sich führen – das erste Fluggerät auf dem Mars.

Am 26. November landete NASAs Sonde “InSight” auf dem roten Planeten. Sie soll in den nächsten zwei Jahren Daten über den inneren Aufbau des Mars sammeln, die womöglich auch fürs KI-Training herhalten könnten.

Via: Ars Technica Bild: NASA


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