Facebook baut einen KI-Bot für Minecraft. Der soll die Forschung unterstützen und in Zukunft Assistenten wie Alexa flexibler machen.

KI-Systeme können grob unterteilt werden in Spezialisten, die Menschen bei der Bilderkennung, bei Brettspielen oder beim Bilderfälschen übertreffen, und flexiblere Assistenten, die verschiedene Aufgaben erledigen. Solche flexiblen Systeme sind etwa Googles Assistant oder Amazons Alexa: Sie sollen die Absicht des Anwenders erkennen und dann die dazu passende Aktion durchführen. Wer schon mal einen Assistenten genutzt hat, weiß: Da ist noch Luft nach oben.

KI-Forscher von Facebook wollen das ändern – und zwar mit einem Minecraft-Bot. Er soll zur Grundlage für eine langfristige Forschungsagenda werden.

Erstes Zwischenziel der Agenda: Ein nützlicher KI-Assistent, der die Vielzahl möglicher Aufgaben in Minecraft beherrscht, etwa Strukturen bauen, die Navigation durchs Gelände oder Gegenstände herstellen.

Die Forscher wollen herausfinden, wie KI-Assistenten mit Menschen über Dialoge interagieren und kooperieren und dabei gleichzeitig neue Fähigkeiten lernen können. Auf aktuelle Sprachassistenten bezogen, hieße das: Alexa lernt einen neuen Skill direkt im Gespräch mit dem Anwender.

Fähigkeiten werden programmiert, Verständnis gelernt

Die Forscher wählten Minecraft, da es für ihr Ziel die perfekte Umgebung bietet mit vielen einfachen Aufgaben. Hier können sie in einem überschaubaren Umfeld konkrete Anwendungsfelder testen.

Da der Forschungsschwerpunkt auf der KI-Interaktion mit Menschen liegt, erstellen die Forscher die automatisierten Handlungsroutinen des Bots per Hand. Er lernt also typische Minecraft-Aktionen wie “baue ein Haus” oder “grabe ein Loch” nicht von vorne – seine Erschaffer geben ihm das nötige Wissen bereits mit.

Maschinelles Lernen kommt erst ins Spiel, wenn es darum geht, herauszufinden, was der Spieler vom Bot will. Interagiert wird über den Minecraft-Chat: Dort kann der Spieler bestimmte Befehle eingeben: “Baue hier ein kleines Haus”. Die KI hinter dem Bot verarbeitet die Texteingabe und ordnet sie den entsprechenden vorgelernten Routinen zu. Anschließend navigiert der Bot zum vorgegebenen Standort und baut dort ein Haus.

Der Minecraft-Bot könnte unseren Umgang mit Maschinen ändern

Die Mischung aus vorprogrammierten Routinen und gelernter Spielerintention sei für KI-Assistenten sinvoll, sagen Facebooks KI-Forscher. Der modulare Aufbau habe den Vorteil, dass einzelne Bestandteile des Bots erweitert oder ausgetauscht werden könnten, ohne gleich den ganzen Bot zu ersetzen. Da Sprachassistenten wie Alexa oder der Google Assistant ähnlich aufgebaut sind, ließe sich ein möglicher Durchbruch beim Minecraft-Bot gut auf diese Systeme übertragen.

Facebooks Minecraft-Bot bietet also eine Plattform für die Wissenschaft. Sollte sie Erfolg haben, könnte das unseren Umgang mit Maschinen ändern: Eine KI, die die Absicht ihres Nutzers erkennen, die dazu passende Handlung anhand des Gesprächs oder durch eine andere Interaktion lernen und dann in einer komplexen Umgebung ausführen kann, wäre für jede Form von Mensch-Maschine-Kooperation ein Fortschritt – vom Büroalltag über Haushaltsroboter bis zur eigenständigen Erforschung eines fremden Planeten.

Titelbild: Facebook, Quellen: Facebook, Github

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