KI zählt Schäfchen: Wie Computer Vision die Landwirtschaft verändert

KI zählt Schäfchen: Wie Computer Vision die Landwirtschaft verändert

Ein KI-Startup für Computer Vision zeigt, wie Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt. Das Potenzial ist riesig.

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Das 2007 gegründete KI-Startup Plainsight hat sich auf KI-Algorithmen für Bilderkennung spezialisiert. Es entwickelt Computer-Vision-Lösungen für die Landwirtschaft, Logistik, Restaurants, Pharmahersteller, den Energiesektor und das Baugewerbe.

Im April startete Plainsight Vision AI, eine On-Demand-SaaS-Plattform für Computer-Vision-Workflows, die keine Code-Kenntnisse erfordert. Kunden können dort eigene Bilddaten kennzeichnen und anschließend passende KI-Modelle von Plainsight trainieren. Das Unternehmen senkt laut eigenen Angaben die Einstiegshürden für kleine Kunden, die zuerst testen wollen, ob ihnen KI einen Mehrwert bringt.

Schäfchen zählen, Krankheiten erkennen

In der Viehzucht sollen Plainsights Produkte das automatisierte Zählen von Viehbestand wie Schaf- oder Rinderherden mit einer Genauigkeit von 99,7 Prozent ermöglichen. Innerhalb der Lieferkette gäbe es gleich mehrere Zählungen, die üblicherweise manuell durchgeführt werden, so Elizabeth Spears, CEO bei Plainsights. Es gäbe immer wieder Situationen, in denen der Viehbestand nicht genau gezählt werde. Das ermögliche etwa Betrug beim Transport, so Spears.

Video: Plainsight

Für eine genaue Zählung setzt Plainsight auf manuell gekennzeichnete Datensätze, die Trainingsgrundlage sind für ein spezialisiertes KI-Modell, das die gewünschten Tiere erkennt. Ein weiterer Algorithmus trackt die Tiere zwischen den einzelnen Bildern eines Videos. Innerhalb des Sichtfeldes einer Kamera wird dann ein Überwachungsbereich festgelegt, sowie eine Zähllinie – jedes Tier, das diese überschreitet, wird gezählt.

Mit Computer Vision lasse sich zudem erkennen, ob ein Tier krank sei, so Plainsight. Der Gang des Tieres oder die Nahrungsaufnahme lassen Schlüsse auf die Gesundheit des Tieres zu. Veränderungen können von KI-Systemen erkannt werden.

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KI-Tracking für Reifegrad von Früchten

Neben dem Tracking von Tieren vermarktet Plainsight auch Computer Vision für den Ackerbau: Für die Pflanzenzucht gibt es eine automatische Reife-Erkennung, die etwa einzelne Erdbeeren trackt.

Video: Plainsight

Bei der Ernte sollen die KI-Systeme zudem Fremdobjekte wie Steine in den Erntemaschinen erkennen und so Schäden verhindern.

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Video: Plainsight

Auf dem Feld könne KI den Pflanzenbestand aufnehmen, das Volumen einschätzen, die Gesundheit und Produktivität von Pflanzen messen, sowie Krankheiten, invasive Arten und Schädlinge erkennen.

KI gibt so in Echtzeit Einblicke in Felder und hilft, Bereiche zu identifizieren, die bewässert, gedüngt oder behandelt werden müssen.

KI in der Landwirtschaft ist ein Wachstumsmarkt

Die automatisierte Viehzählung von Plainsight ist bereits im Einsatz, die Idee dafür kam aus der Landwirtschaft selbst, so Spears. Tatsächlich bietet die Landwirtschaft großes Potenzial für Künstliche Intelligenz: Dutzende wichtige Prozesse müssen durchgeführt und überwacht werden, oft über ein Gebiet von mehreren Hundert Hektar. KI kann helfen, Wetter, Sonneneinstrahlung, Vögel und Insekten, Pilzerkrankungen, Pflanzen, Tiere, Bewässerung und andere Prozesse zu überwachen und zu steuern.

Analysten sehen im Einsatz von KI in der Landwirtschaft daher einen großen Wachstumsmarkt: Laut BI Intelligence Research werden sich die globalen Ausgaben für intelligente, vernetzte Agrartechnologien und -systeme, einschließlich KI-Systeme, bis 2025 auf 15,3 Milliarden US-Dollar verdreifachen.

Markets&Markets sieht für KI-Technologien in der Landwirtschaft eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 25,5 Prozent und erwartet einen Anstieg der Ausgaben von einer Milliarde US-Dollar im Jahr 2020 auf vier Milliarden US-Dollar im Jahr 2026. Die IoT-gestützte Überwachung der Landwirtschaft (IoTAg) soll laut PwC bis 2025 4,5 Milliarden US-Dollar erreichen.

Quellen: Plainsight, TechRepublic