KI-Überwachung: Tracking per Drohne rückt näher

KI-Überwachung: Tracking per Drohne rückt näher

Chinesische Forschende veröffentlichen den größten Datensatz für Drohnen-Tracking. Damit legen sie die Grundlage für Drohnen-Überwachung.

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Trotz aller Kritik und Warnungen hat die Entwicklung autonomer Überwachungskapazitäten in den letzten Jahren stetig Fortschritte gemacht. Mit KI-Bildanalyse ausgestattete Überwachungskameras kommen an Flughäfen, U-Bahn-Stationen oder einfach auf der Straße zum Einsatz. Einer der Vorreiter autonomer Überwachungstechnologie ist China.

Die automatisierte Überwachung aus der Luft mit Drohnen ist bisher jedoch kaum möglich: Im Vergleich zu von statischen Bodenkameras aufgezeichneten Videos haben die von Drohnen aufgenommenen Videos aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Höhen vielfältige und einzigartige Blickwinkel, mehr Bewegungsunschärfe und verschiedene Auflösungen.

Künstliche Intelligenz, die für die Bildanalyse mit klassischen Bild- oder Videodatensätzen trainiert wird, versagt daher bei der Analyse von Drohnenmaterial.

Über 4000 Videos für Drohnen-Tracking

Forschende der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, des Shenzhen Research Institute of Big Data und der Chinese University of Hong Kong, Shenzhen haben nun WebUAV-3M veröffentlicht.

Der Datensatz umfasst 4485 Drohnenvideos, in denen in Mensch-Maschine-Kooperation Objekte aus 216 verschiedenen Kategorien wie Personen, Bären, Fahrräder oder Landwirtschafts-Maschinen markiert wurden. Es handle sich um den größten öffentlichen UAV-Tracking-Datensatz, schreibt das Team.

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Die Videos sind außerdem mit einer sprachlichen Beschreibung ihres Inhalts in Text- und Audioform versehen. Die Forschenden wollen damit die Entwicklung multimodaler Tracking-Systeme ermöglichen. Sprachliche Beschreibungen seien zudem für die Interaktion mit blinden Menschen von Vorteil.

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WebUAV-3M umfasst neben den gelabelten Videos auch sprachliche Beschreibungen der Inhalte. | Bild: Zhang et al

In ersten Tests konnten Bildanalyse-Systeme, die mit WebUAV-3M trainiert wurden, ihre Genauigkeit beim Tracking in Drohnenaufnahmen signifikant verbessern. Sie bleibt jedoch auch mit WebUAV-3M unter 50 Prozent – noch.

KI-Überwachung: China ist Vorreiter in der Forschung

Ein Datensatz wie WebUAV-3M kann außerhalb der Überwachung eingesetzt werden – doch die Förderung seitens staatlicher Institutionen legt den Verdacht nahe, dass die Überwachung Ziel der Forschung ist.

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Die Dystopie einer stetigen Überwachung aller Bewegungen und Intentionen, angetrieben von Algorithmen, die digitale Spuren und über (fliegende) Kameras gesammelte Informationen kombinieren, rückt in manchen Ländern näher. Angetrieben wird diese Entwicklung durch Forschung aus China, der EU und den USA.

So untersuchte das Center for Security and Emerging Technology kürzlich die Entwicklung von Überwachungstechnologie in der KI-Forschung zwischen 2015 und 2019. Das Team analysierte insgesamt 100 Millionen englischsprachige Publikationen sortiert nach sechs Aufgaben:

  • Gesichtserkennung,
  • Wiedererkennung von Personen,
  • Handlungserkennung,
  • Erkennung von Emotionen,
  • Zählen von Menschenmengen
  • und Erkennung von Gesichtsschutz gegen Überwachungstechnologie.

Gesichtserkennung, das Zählen von Menschenmengen und die Erkennung von Versuchen, sich vor Gesichtserkennung zu schützen, zählten zu den am stärksten wachsenden Forschungsbereichen in der untersuchten Zeit. Insgesamt beschäftigten sich etwa 5,5 Prozent aller untersuchten Arbeiten mit Überwachungstechnologie.

Führend in der Erforschung dieser Technologie: China. Im untersuchten Zeitraum stieg der Anteil chinesischer Forschung an KI-Papieren von 33 auf 37 Prozent und der Anteil an auf Überwachungstechnologien spezialisierten KI-Arbeiten von 36 auf 42 Prozent. In den sechs untersuchten Kategorien lag China mehr als 20 Prozent vor der EU (Platz 2) und den USA (Platz 3).

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Quellen: Arxiv

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