Microsoft lässt Mitschnitte von Skype-Sprachaufnahmen von Menschen auswerten, um Daten fürs KI-Training zu bereinigen.

In den vergangenen Monaten gerieten Apple, Amazon und Google in die Kritik, da sie einzelne Audio-Mitschnitte von Sprachbefehlen an die jeweiligen Assistenzsysteme von Menschen anhören und auswerten lassen. Zweck der Übung ist es, Fehler bei der Spracherkennung zu finden und zu verbessern.

Nun berichtet die Webseite Motherboard, dass Microsoft beim Internettelefonie-Dienst Skype ebenso vorgeht, sofern die KI-basierte automatische Übersetzungsfunktion aktiv ist (“Skype Translator”). Microsoft zeichnet dann zur Qualitätskontrolle vereinzelt fünf bis zehn Sekunden lange Audio-Mitschnitte auf und gibt sie für die Analyse an Beauftragte weiter.

Auch ein Teil der Sprachbefehle an Microsofts KI-Assistenz Cortana sollen von Menschen ausgewertet werden. Laut einer anonymen Person, die für eine Analyse-Drittfirma arbeitet, sind auf den Skype- und Cortana-Audio-Mitschnitten unter anderem Telefonsex, Suchanfragen zu Pornografie oder Adressangaben zu hören.

Fehlende Transparenz

In einer Stellungnahme seitens Microsoft gegenüber Motherboard heißt es, dass Skype-Nutzer der Datenverarbeitung zustimmten und Informationen nur anonymisiert weitergereicht würden. Außerdem unterlägen die Partnerunternehmen strengen Vertraulichkeitsvereinbarungen.

Im Hilfebereich zum Skype Translator werden mögliche Audio-Mitschnitte und deren Analyse zwar erwähnt, aber es fehlt der explizite Hinweis, dass Menschen an diesem Prozess beteiligt sind. Auch in Microsofts Datenschutzerklärung fehlt ein Passus, der dieses Vorgehen transparent macht.

Apple, Amazon und Google reagierten bereits auf die Kritik zur Audio-Analyse: Google will vorerst keine Assistant-Aufnahmen mehr zur Analyse weiterreichen, bis die rechtliche Lage geklärt ist. Amazon bietet bei Alexa einen Opt-out und Apple will diesen für Siri nachreichen. Bis dahin verzichtet auch Apple auf die Sprachdatenanalyse durch Drittfirmen.

Titelbild: Microsoft (Screenshot bei YouTube); Quelle: Motherboard

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