Das Reuters-Institut für Journalismusforschung an der Universität Oxford hat die Berichterstattung über Künstliche Intelligenz in britischen Medien untersucht.

Die Untersuchung lief 2018 über acht Monate in sechs gängigen britischen Nachrichtenagenturen. Insgesamt wurden 760 Artikel über Künstliche Intelligenz in britischen Medien analysiert.

Fast 60 Prozent der KI-Artikel in der Stichprobe drehen sich um Unternehmen und deren Produkte sowie Ankündigungen. Ein Indiz dafür, dass die Berichterstattung stark durch die PR-Abteilungen geprägt wird. Häufige Themen sind Startups, Investitionen, Übernahmen oder Konferenzen.

Rund ein Drittel der Artikel gibt Industrievertreter als Quelle an – Geschäftsführer oder hochrangige Manager. Sie kommen doppelt so oft zu Wort wie Wissenschaftler und gar sechsmal häufiger als Regierungsvertreter.

Häufig wird KI als Problemlöser beschrieben, zum Beispiel für Krankheiten oder Umweltrisiken. Laut der Untersuchung hinterfragen Journalisten und Kommentatoren dabei zu selten, ob KI-Technologie tatsächlich die beste Lösung ist oder lassen Kritik an den möglichen Auswirkungen Künstlicher Intelligenz außer Acht.

Rechtsgerichtete Medien berichten häufiger im Kontext ökonomischer oder geopolitischer Fragen, linksgerichtete Medien beschäftigen sich stärker mit Ethik, Diskriminierung, algorithmischen Vorurteilen und dem Datenschutz.

Auffällig: In zwölf Prozent der untersuchten Artikel wird Tesla-Chef Elon Musk namentlich erwähnt. Ihm gelingt es einerseits, das abstrakte Thema mit Persönlichkeit aufzuladen. Andererseits polarisiert er durch seine oft wiederholte Dystopie, in der Künstliche Intelligenz den Menschen unterjocht oder gar auslöscht.

Die vollständige Studie ist hier einsehbar.

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