Der bekannte KI-Forscher Geoffrey Hinton sieht in technologischen Fortschritten nicht per se ein Risiko, sofern diese durch ein passendes Sozialsystem aufgefangen werden. Er befürwortet ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Der renommierte Informatiker und Wahrnehmungspsychologe Geoffrey Hinton widmete weite Teile seines Arbeitslebens der Erforschung künstlicher neuronaler Netze.

Er gilt als Miterfinder des Deep Learning und speziell der Rückwärtspropagierung, einem maschinellen Lernverfahren, bei der die Maschine anhand der eigenen Ausgabe Fehler entdecken und korrigieren kann. Hinton arbeitet als Computerforscher an der Universität Toronto und für Google Brain.

Für das Buch “Architekten der Intelligenz” ließ sich Hinton von Autor Martin Ford interviewen (via Gizmodo).

Bedingungsloses Grundeinkommen eine “sehr vernünftige Idee”

Eine durch KI ausgelöste “dramatische Verbesserung” der Produktivität und mehr Güter sollten eigentlich eine gute Sache sein, so Hinton im Gespräch mit Ford. Ob sie tatsächlich gut sei, hänge jedoch vollständig vom Sozialsystem ab.

“Die Menschen tun so, als ob der technologische Fortschritt ein Problem wäre. Das Problem liegt in den Sozialsystemen, und ob wir ein Sozialsystem haben werden, das gerecht teilt, oder eines, das den Wohlstand auf das eine Prozent konzentriert und den Rest der Menschen wie Dreck behandelt. Das hat nichts mit Technologie zu tun”, sagt Hinton.

Er hoffe, dass die Vorteile Künstlicher Intelligenz deren Nachteile überwiegen werden. Es gebe “viel zu tun, um sicherzustellen, dass KI allen zugute kommt”. Ein bedingungsloses Grundeinkommen bezeichnet Hinton als “sehr vernünftige Idee”.

Verbot für KI-Waffen

Autonome Waffensysteme sieht Hinton als Bedrohung auf dem Niveau chemischer Kriegsführung und anderer Massenvernichtungswaffen. Er sei besorgt über Äußerungen des russischen Präsidenten Putin.

Ein weiteres Risiko sieht Hinton in der KI-gestützten Wahlmanipulation. Als Beispiel nennt er den Cambridge-Analytica-Investor Robert Mercer, ein Informatiker, laut Hinton auch ein KI-Experte. Mercer soll insgesamt rund 15 Millionen US-Dollar in Cambridge Analytica gesteckt haben mit dem Ziel, ein Instrument für eine effektive Beeinflussung der US-Politik zu schaffen.

“[…] man hat gesehen, dass Cambridge Analytica eine Menge Schaden angerichtet hat. Wir müssen das ernst nehmen”, sagt Hinton.

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Titelbild: Universität Toronto, Screenshot bei YouTube


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