GTA San Andreas: KI-Remaster kommt Rockstar zuvor

GTA San Andreas: KI-Remaster kommt Rockstar zuvor

Ein Modder spendiert Rockstars Über-Hit GTA San Andreas neue KI-generierte Texturen mit höherer Auflösung und zusätzlichen Details.

Der KI-Algorithmus berechnet auf Basis der Originaltexturen neue, hochauflösende Texturen. Die Besonderheit dabei ist, dass die KI beim Hochrechnen der alten Texturen neue Details hinzufügt, anstatt einfach nur die Pixelmenge etwa anhand ähnlicher Farbwerte aufzublasen.

Dass sich diese neuen Details visuell passend ins Gesamtbild einfügen, lernt die KI auf Basis des Trainingsmaterials – also aus den alten Texturen. Das ist der Job, den normalerweise ein Grafiker in aufwendiger Handarbeit erledigen würde.

GTA San Andreas im Ein-Mann-Remake

In einem aktuellen Video zeigt der Modder „Flyaway888“ die KI-verbesserten Texturen im Vergleich zu den Originaltexturen. Neben der Auflösung und den Details hat er laut eigenen Angaben Lichteffekte verbessert und Farbwerte verstärkt sowie visuelle Fehler behoben.

Rund anderthalb Jahre war der San Andreas KI-Grafik-Mod „Grand Theft Auto HD Play“ laut Angaben des Modders in Arbeit. So lange habe es gebraucht, bis er alle Feinheiten der KI-Werkzeuge kannte. KI-Mods seien „keine Zauberei“, „eine Menge Arbeit“ und „sehr schwierig“, schreibt der Modder.

Die finale Version seines KI-Texturenpacks bietet er bei modbb an. Wer es testen will, sollte schnell sein: Rockstar arbeitet gerüchteweise gerade an eigenen HD-Remakes für GTA-Klassiker und dürfte nicht allzu begeistert sein vom kostenlosen PC-Upgrade.

KI-Upgrade für Spielegrafik

Welche KI-Werkzeuge er verwendete, verrät Flyaway888 nicht – typischerweise sind es GANs wie ESRGAN, mit dem auch schon einige andere Retro-Spiele von Ein-Mann-Moddern ins HD-Zeitalter geholt wurden.

Nvidia bietet Entwicklern im Deep-Learning-Stack NGX ebenfalls eine KI-Upscaling-Technik an, die die Tensorkerne der RTX-Serie einsetzt. Mit DLSS ist Nvidia ohnehin stark in KI-Grafik investiert.

KI-Grafik kann mehr als Auflösung: Microsoft zeigte letzten Herbst einen KI-generierten HDR-Effekt. „Auto HDR“ wird optional für eine Reihe an Klassiker-Spielen ohne natives HDR eingesetzt. Der Effekt benötigt laut Microsoft keine zusätzliche Rechenleistung oder erneuten Programmieraufwand.

Über die Open-Source-Schnittstelle DirectML für die Xbox Series X könnte Microsoft die KI-Grafikangebote der Xbox und am PC zukünftig noch ausbauen. „Maschinelles Lernen wird enorme Leistungsverbesserungen (ML super-resolution), Style-Transfer für neue Kunststile und neues Gameplay ermöglichen“, prognostiziert Zeler-Maury, Chef des Indie-Studios Midgar.

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